Herstellereigene Plattformen: Software zur Maschinenüberwachung

Herstellereigene Plattformen sind IoT-Plattformen, die ein Maschinen- oder Komponentenhersteller für seine eigenen Produkte anbietet. Sensoren, Steuerung und Software sind aufeinander abgestimmt, die Gerätedaten laufen ohne großen Integrationsaufwand in Dashboards, Zustandsüberwachung und Serviceprozesse.

  • Managing Director, BESI Marine Systems GmbH
  • Co-Founder & CTO/CPO, Greenlyte Carbon Technologies
  • Sr Controls Engineer, ALPS Inspection
  • Hüdig GmbH & Co. KG
  • Magna Exteriors (Meerane) GmbH, Leiter Automatisierung, Magna
  • Salzgitter Flachstahl

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Wer es anbietet

Herstellereigene Plattformen im Praxiseinsatz

8 Hersteller aus unserem Partnernetzwerk mit 55 Lösungsbeispielen. Zuerst die, deren Einsatz in dieser Kategorie am häufigsten belegt ist.

Wofür es eingesetzt wird

Wofür und womit sie eingesetzt werden

Ausgewertet aus den Lösungsbeispielen dieser Hersteller: die häufigsten Use Cases und die Technologien, die ihre Lösungen sprechen.

Worauf du achtest

Was herstellereigene Plattformen ausmacht

Eine herstellereigene Plattform, oft OEM-Plattform genannt, stammt vom selben Unternehmen wie die Maschine, der Motor oder der Sensor. Der Hersteller kennt seine Geräte genau: Datenpunkte, Grenzwerte und Diagnosemeldungen sind vorkonfiguriert. Die Anbindung erfolgt über die eigene Steuerung, ein mitgeliefertes Gateway oder eine Funktechnik wie LoRaWAN. Typische Funktionen sind Zustandsüberwachung, Dashboards mit Betriebsdaten, Alarmierung, Fernzugriff für den Service und die Planung von Wartungsintervallen. Für den Betreiber bedeutet das eine kurze Einführungszeit und Auswertungen, die genau zum Gerät passen.

Beispiele aus dem Netzwerk sind ifm mit einer Plattform für Sensordaten und Zustandsüberwachung, Rolls-Royce Power Systems mit einer Plattform für Motoren und Antriebsanlagen sowie symmedia mit einer Machine-Service-Plattform, über die Maschinenbauer ihren Kunden digitale Services anbieten.

Abgrenzung zu anderen Plattformtypen

Der wichtigste Grund für die Wahl: Hardware und Software kommen aus einer Hand. Herstellerunabhängige Plattformen verbinden dagegen Geräte vieler Marken und brauchen dafür mehr Einrichtung. Hyperscaler stellen die Infrastruktur bereit, auf der eigene Anwendungen entstehen. Spezialisierte Plattformen lösen ein bestimmtes fachliches Problem, unabhängig vom Gerätehersteller. In gewachsenen Werken mit Maschinen vieler Hersteller laufen deshalb oft mehrere Herstellerplattformen nebeneinander, deren Daten an einer zentralen Stelle zusammenkommen sollen.

Worauf man bei der Auswahl achtet

Entscheidend sind offene Schnittstellen wie OPC UA, MQTT oder eine REST-API, damit die Daten auch in ERP, MES oder eine übergreifende IoT-Plattform fließen. Wichtig sind außerdem der Betriebsort (Cloud des Herstellers, eigenes Rechenzentrum oder Edge), klare Regeln zu Datenhoheit und Datenzugang nach dem EU Data Act sowie das Lizenzmodell pro Gerät oder Standort. In der Praxis bewährt sich eine Kombination: die Herstellerplattform für die Tiefe am einzelnen Gerät und eine Integrationsschicht für den Überblick über das ganze Werk.

Ein typisches Lösungsbeispiel ist ein Betreiber, der Kompressoren, Pumpen oder Motoren eines Herstellers über dessen Plattform überwacht und Wartungen nach dem tatsächlichen Zustand statt nach festen Intervallen plant. Der Hersteller sieht dieselben Daten und kann Ersatzteile und Serviceeinsätze vorbereiten, bevor es zum Stillstand kommt.

Häufige Fragen zu herstellereigenen Plattformen

Welche Software eignet sich zur Maschinenüberwachung?

Für Maschinen eines einzigen Herstellers ist dessen eigene Plattform meist der schnellste Weg, weil Datenpunkte und Grenzwerte schon hinterlegt sind. Für gemischte Maschinenparks eignen sich herstellerunabhängige IIoT-Plattformen, die viele Steuerungen und Protokolle anbinden. Entscheidend sind die Anbindung der vorhandenen Steuerungen, offene Schnittstellen und ob die Software in der Cloud oder im eigenen Netz laufen soll.

Was ist eine digitale Serviceplattform im Maschinenbau?

Eine digitale Serviceplattform verbindet einen Maschinenbauer mit den Maschinen, die bei seinen Kunden laufen. Sie bündelt Zustandsdaten, Störmeldungen, Dokumentation, Ersatzteilbestellung und Fernzugriff an einem Ort. Der Hersteller erkennt Probleme früher und plant Einsätze gezielter, der Betreiber erhält schnellere Hilfe und einen Überblick über seine Anlagen. Viele Maschinenbauer bieten solche Plattformen als zusätzlichen, kostenpflichtigen Service an.

Was versteht man unter Maschinenüberwachung?

Maschinenüberwachung ist die laufende Erfassung und Auswertung von Betriebs- und Zustandsdaten einer Maschine, etwa Laufzeit, Stückzahl, Temperatur, Schwingung oder Störmeldungen. Ziel ist, Abweichungen früh zu erkennen, Stillstände zu vermeiden und Wartung nach Bedarf zu planen. Herstellereigene Plattformen liefern dafür vorkonfigurierte Datenpunkte und Grenzwerte, sodass die Überwachung ohne lange Einrichtung startet.

Was bietet ein Kundenportal im Maschinenbau?

Ein Kundenportal gibt Betreibern einen zentralen Zugang zu allen Informationen rund um ihre Maschinen. Typisch sind Betriebs- und Zustandsdaten, Wartungshistorie, technische Dokumentation, Servicetickets und die Bestellung passender Ersatzteile. Ist das Portal mit der IoT-Plattform des Herstellers verbunden, erscheinen Live-Daten und Warnungen direkt neben der Dokumentation. Das spart Rückfragen und verkürzt Stillstände.

Was regelt der EU Data Act für Maschinendaten?

Der EU Data Act gilt seit September 2025 und gibt Nutzern vernetzter Produkte ein Recht auf Zugang zu den Daten, die bei der Nutzung entstehen. Betreiber können verlangen, dass der Dateninhaber, meist der Hersteller, diese Daten ihnen oder einem beauftragten Dritten bereitstellt. Für herstellereigene Plattformen heißt das: Datenzugang, Exportmöglichkeiten und Vertragsbedingungen gehören bei der Auswahl auf die Prüfliste.

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