IT/OT-Integration: praxisbewährte Software für die Anbindung von Maschinen und Anlagen

IT/OT-Integrationsprodukte sind Middleware, die Maschinen, Steuerungen und Sensoren über fertige Konnektoren für OPC UA, Modbus, S7 oder MQTT mit IT-Systemen verbindet. Sie vereinheitlichen Daten, stellen einen zentralen Messaging-Bus bereit und liefern an Cloud, Datenbanken, MES oder ERP. Im IoT-Stack bilden sie den Kern der Integrationsebene.

  • Software-Entwickler, KSG GmbH
  • Senior IT Systemingenieur, KSG GmbH
  • Co-Founder & CTO/CPO, Greenlyte Carbon Technologies
  • Automation Engineer, Casa Mendes Gonçalves
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  • Magna Exteriors (Meerane) GmbH, Leiter Automatisierung, Magna

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IT/OT-Integrationsprodukte im Praxiseinsatz

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Worauf du achtest

Was IT/OT-Integrationsprodukte leisten

IT/OT-Integrationsprodukte schließen die Lücke zwischen der Fertigung (Operational Technology) und der Unternehmens-IT. Auf OT-Seite sprechen sie die Sprachen der Maschinen: OPC UA, Modbus, S7, CNC-Protokolle oder MQTT. Auf IT-Seite liefern sie an MQTT-Broker, Kafka, REST-Schnittstellen, SQL-Datenbanken, Cloud-Dienste oder Data Lakes. Dazwischen vereinheitlichen sie Datenformate, ergänzen Kontext wie Anlage, Einheit und Zeitstempel und stellen einen zentralen Messaging-Bus bereit.

IT/OT-Integrationsprodukte sind reine Software: Sie verbinden Systeme und macht heterogene Maschinenparks standardisiert zugänglich. Häufig bildet sie die technische Grundlage für einen Unified Namespace. Eine neue Maschine wird einmal angebunden, danach stehen ihre Daten allen berechtigten Anwendungen zur Verfügung, vom Dashboard in der Fertigung bis zur Analyse in der Cloud.

Abgrenzung zu Edge-Gerät, Datendrehscheibe und IoT-Plattform

Ein Edge-Gerät ist Hardware, auf der solche Software laufen kann. Eine Datendrehscheibe verbindet vor allem Geschäftsanwendungen wie ERP, MES und PLM miteinander, die IT/OT-Integration setzt eine Ebene tiefer an der Maschine an. IoT-Plattformen speichern, visualisieren und werten aus, IT/OT-Integrationsprodukte transportieren und übersetzen. Hauptgrund für den Kauf ist die herstellerübergreifende, wiederverwendbare Anbindung vieler Maschinen statt einzelner Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen.

Worauf man bei der Auswahl achtet

Wichtig sind die verfügbaren Konnektoren für den eigenen Maschinenpark, die unterstützten Ziele auf IT-Seite und ob die Software am Edge, im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud läuft, oft als Container. Dazu kommen Datenmodellierung, Rechteverwaltung, verschlüsselte Verbindungen mit Zertifikaten, Pufferung bei Netzausfall und die Verwaltung vieler Standorte. Wer früh auf offene Standards wie OPC UA und MQTT setzt, bleibt bei späteren Erweiterungen flexibel. Sinnvoll ist ein Pilot mit wenigen typischen Maschinen, bevor der gesamte Maschinenpark angebunden wird.

Aus dem Netzwerk bieten Cybus und Schaeffler Digital Solutions Plattformen für die IT/OT-Integration an. EMQ liefert einen MQTT-Broker, der als zentraler Messaging-Bus dient. In Lösungsbeispielen schaffen solche Produkte die Datengrundlage für Condition Monitoring, OEE-Auswertungen und Traceability.

Häufige Fragen zur IT/OT-Integration

Was bedeutet IT-OT-Konvergenz?

IT-OT-Konvergenz bezeichnet das Zusammenwachsen von Unternehmens-IT und Produktionstechnik. Daten aus Maschinen und Steuerungen fließen in ERP, MES, Cloud und Analysewerkzeuge, umgekehrt erreichen Aufträge und Parameter die Fertigung. Dafür braucht es gemeinsame Standards, Integrationssoftware und abgestimmte Sicherheitskonzepte, denn IT und OT haben unterschiedliche Anforderungen an Verfügbarkeit und Updates.

Wie funktioniert die Maschinenanbindung an IT-Systeme?

Eine Integrationssoftware liest die Daten über passende Konnektoren direkt aus Steuerungen und Maschinen, etwa per OPC UA, Modbus oder S7. Sie vereinheitlicht Formate und Einheiten, ergänzt Kontext und veröffentlicht die Daten über MQTT, Kafka oder REST. IT-Systeme abonnieren genau die Werte, die sie brauchen. Das SPS-Programm muss dafür in der Regel nicht geändert werden.

Was ist ein Unified Namespace?

Ein Unified Namespace ist eine zentrale, hierarchisch strukturierte Datenschicht, in der alle Produktionsdaten unter eindeutigen Namen bereitstehen, meist über MQTT und gegliedert nach ISA-95. Statt vieler Punkt-zu-Punkt-Verbindungen veröffentlicht jede Quelle ihre Daten einmal, und jede Anwendung abonniert, was sie braucht. IT/OT-Integrationsprodukte befüllen und verwalten diese Struktur.

Welche Rolle spielt ein MQTT Broker bei der IT/OT-Integration?

Der MQTT Broker ist der zentrale Verteiler zwischen Datenquellen und Anwendungen. Integrationssoftware veröffentlicht Maschinendaten als Topics beim Broker, MES, Dashboards oder Cloud-Dienste abonnieren sie. Quellen und Empfänger müssen sich so nicht kennen, neue Anwendungen lassen sich ohne Eingriff an der Maschine ergänzen. Für große Datenmengen kommt oft zusätzlich Kafka zum Einsatz.

Wie werden MES und ERP an den Shopfloor angebunden?

MES und ERP werden meist über eine Integrationsschicht an den Shopfloor angebunden, nicht direkt an jede Maschine. IT/OT-Integrationsprodukte liefern Maschinenzustände, Stückzahlen und Qualitätsdaten nach oben, eine Datendrehscheibe übersetzt Aufträge und Stammdaten zwischen MES, ERP und weiteren Systemen. So bleibt jede Schnittstelle einmal definiert und wiederverwendbar.

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