Direkt mit Murat Mutlu in Kontakt treten

Schreib uns kurz worum es geht, wir leiten deine Nachricht weiter und stellen den Kontakt persönlich her.

Lösungsbeispiele

Podcastfolgen

#219
#219

Make or Buy im IIoT: Use Cases skalieren mit einer LoRaWAN-Plattform

Ausgangspunkt ist das LoRaWAN-Netz im CHEMPARK, mit dem Currenta Conneqtive zunächst das Dampfnetz und später Pumpen im Flusswasserwerk überwacht. Statt einen eigenen IoT-Stack aufzubauen – mit Entwicklungsabteilung, Anforderungskatalog und ein bis zwei Jahren Vorlauf – setzt Conneqtive auf die akenza-Plattform und kann sich so auf Sensoren und Use Cases konzentrieren. Ein zentraler Punkt ist die Device Type Library mit über 400 vordekodierten Geräten: Das Dekodieren neuer Sensoren, sonst ein wiederkehrender Schmerzpunkt, fällt per Klick weg. Murat Mutlu und Christian Olt gehen den Weg vom TWTG-Vibrationssensor über Actility als LoRaWAN-Network-Server bis zur Auswertung in akenza durch – inklusive FFT-Analysen, Grenzwerten und Alarmierung. Deutlich wird: Mit Grenzwerten lässt sich ein Großteil der Fälle abdecken, komplexe Schwingungsbilder und KI-Modelle brauchen dagegen weiter einen Experten. Der eigentliche Hebel liegt darin, eine einmal aufgebaute Infrastruktur als Shared Medium für viele weitere Anwendungsfälle zu nutzen – von der Einzelraumregelung bis zur Schmierungsoptimierung. Das nimmst du mit Wer IoT skalieren will, baut nicht einzelne Use Cases, sondern eine Infrastruktur, auf der viele Anwendungsfälle aufsetzen. Eine vordekodierte Device-Bibliothek nimmt den größten Aufwand beim Anbinden neuer Sensoren – das Dekodieren – aus dem Projekt. Grenzwerte lösen einen Großteil der Predictive-Maintenance-Fälle; für komplexe Schwingungsbilder braucht es weiterhin Expertenwissen. Als Infrastructure- und Software-as-a-Service finanzieren Einsparungen, etwa bei Heizkosten, die Infrastruktur mit. Das größte Lehrgeld fiel nicht in der Software an, sondern im Feld – durch zu komplexe, zu stark ingenieurgetriebene Lösungen statt pragmatischer Standards.

22.07.2026
#216
#216

180 km Dampfnetz kabellos überwachen: Condition Monitoring mit LoRaWAN

Der CHEMPARK betreibt rund 1.000 Kilometer Rohrleitungen, davon ca. 180 Kilometer Dampfnetz. Das Netz wurde historisch für andere Lastprofile ausgelegt – Bedarfe und Abnahmepunkte haben sich seitdem stark verändert. Klassische Temperaturmessung ist im Feld ohne aufwändige Verkabelung kaum wirtschaftlich darstellbar. Kondensatableiter – Bauteile, die flüssiges Kondensat aus dem Dampfsystem ableiten – wurden bislang manuell geprüft; Defekte blieben dadurch monatelang unbemerkt. Currenta Conneqtive hat ein LoRaWAN-Netz aufgebaut, das mit wenigen Outdoor-Antennen den gesamten CHEMPARK abdeckt. Batteriebetriebene Sensoren erfassen Temperaturen an Knotenpunkten und überwachen den Status der Kondensatableiter per Condition Monitoring. Ziel ist es, Reaktionszeiten bei defekten Ableitern von Monaten auf Stunden zu reduzieren – und die Netzauslegung auf Basis besserer Daten schrittweise zu optimieren. Parallel entsteht ein KI-gestütztes dynamisches Simulationsmodell, das den Netzzustand auch zwischen Messpunkten abbildet. Da externe Dienstleister die nötige Kombination aus ML-Kompetenz und thermodynamischem Prozesswissen nicht lieferten, wird das Modell intern entwickelt. Der CHEMPARK dient dabei als Stresstest – was hier zuverlässig läuft, soll als standardisiertes SaaS-Produkt für externe Industriekunden angeboten werden. Das nimmst du mit LoRaWAN deckt weitläufige Industriestandorte mit wenigen Antennen kostengünstig ab – ohne aufwändige Verkabelungsinfrastruktur. Condition Monitoring der Kondensatableiter reduziert Reaktionszeiten bei Defekten von Monaten auf Stunden. Live-Sensordaten aus dem Feld verbessern Netzwerksimulationen und ermöglichen fundiertere Investitionsentscheidungen im Dampfnetzbetrieb. KI-gestützte Simulation im Prozessumfeld erfordert ML-Kompetenz und thermodynamisches Domänenwissen gleichermaßen – wer beides nicht vereint, scheitert am Modell. Ein LoRaWAN-Netz als geteilte Infrastruktur lässt sich für mehrere Use Cases gleichzeitig nutzen und schrittweise mit neuen Anwendungsfällen erweitern.

01.07.2026
IoT Use Case

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen Cookies und ähnliche Technologien, um unsere Website zu verbessern und dir relevante Inhalte anzuzeigen. Du kannst selbst entscheiden, welche Kategorien du zulässt. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.