IoT-Energiemonitoring schafft standortübergreifende Transparenz

30. April 20264 Minuten Lesezeit
IoT-Energiemonitoring schafft standortübergreifende Transparenz
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Ein Einzelhandelsunternehmen mit über 600 Standorten und mehr als 2000 Mitarbeitenden betreibt eines der größten Filialnetzwerke Deutschlands. Mit steigenden Energiekosten und wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit rückte ein bislang wenig transparenter Bereich zunehmend in den Fokus: der hohe Energieverbrauch in den Filialen.

Mithilfe einer IoT-basierten Lösung von PSsystec, die sich ohne lokale IT-Infrastruktur schnell und skalierbar in die bestehende Filiallandschaft integrieren ließ, konnte der Handelskonzern ein standortübergreifendes Energiemanagement etablieren, das verlässliche Daten liefert und zahlreiche Optimierungspotenziale sichtbar macht. Begleitet wurde das Projekt durch den PSsystec-Partner TRIBICON, der u. a. mittels Energie- und Fördermittelberatung wertvolles Wissen beisteuerte.

Die Herausforderung: Fehlende Transparenz in verzweigtem Filialnetz

Die Ausgangslage war durch eine hohe strukturelle Komplexität geprägt. Das Filialnetz umfasste über 600 Standorte mit sehr unterschiedlichen baulichen und technischen Voraussetzungen. Viele Filialen befanden sich in gemieteten, umgebauten Bestandsgebäuden mit veralteter Infrastruktur. Eine einheitliche IT-Integration war unter diesen Bedingungen kaum realisierbar.

Zudem verursachten energieintensive Anlagen wie Kühltechnik, Klimatechnik, Beleuchtung und Heizsysteme erhebliche Kosten. Lastspitzen und unnötige Grundlasten, beispielsweise durch dauerhaft laufende Anlagen außerhalb der Betriebszeiten, erhöhten den Energieverbrauch zusätzlich.

Die heterogene Standortstruktur erschwerte es, Energieverbräuche filialübergreifend konsistent zu erfassen und auszuwerten. Entsprechend war es nur mit hohem Aufwand möglich, eine belastbare Datenbasis für die Identifikation ineffizienter Verbraucher und die Ableitung gezielter Maßnahmen aufzubauen. Auch regulatorische Anforderungen wie ESG-Kriterien, CSRD-Reporting oder die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 ließen sich so nur unzureichend erfüllen.

Hinzu kamen klare Anforderungen an die Umsetzung: Sie musste sich ohne großen Schulungsaufwand umsetzen lassen, hochskalierbar sein und vor allem ohne Betriebsunterbrechungen im laufenden Filialbetrieb funktionieren.

Die Lösung: IoT-basiertes Energiemanagement mit nicht-invasiver Sensorik

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, führte das Handelsunternehmen ein IoT-basiertes Energiemonitoring ein, das speziell auf die Anforderungen verteilter Filialnetzwerke zugeschnitten ist. Ziel war es, mit minimalem Installationsaufwand eine durchgängige Datentransparenz zu schaffen und daraus konkrete Optimierungsmaßnahmen abzuleiten.

Die technische Umsetzung basiert auf dem IoT Energymonitor von PSsystec und nicht-invasiver Sensorik, die bestehende Zähler für Strom, Gas, Wasser und Wärme ausliest, ohne in die vorhandene Infrastruktur eingreifen zu müssen. Die Installation des IoT Energymonitors erfolgte per Plug-and-play und war meist innerhalb von rund zwei Stunden pro Standort abgeschlossen – ohne Einsatz von IT-Spezialisten und ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs.

Über ein integriertes Funknetzwerk (868 MHz) werden die erfassten Daten verschlüsselt und sicher an die PSA-zertifizierte Cloud-of-Things-Plattform der Deutschen Telekom übertragen. Zusätzlich kommen BLE-basierte Sensoren zum Einsatz, die Temperaturdaten in Verkaufsräumen, Lagerbereichen und an Kassen erfassen, etwa um optimale Lagerbedingungen sicherzustellen oder um den Arbeitsschutz zu verbessern.

In der Cloud werden die Daten zentral aggregiert und analysiert. Die Lösung ermöglicht es, Lastgänge kontinuierlich zu erfassen und Lastspitzen, unnötige Grundlasten sowie ineffiziente Verbraucher zu identifizieren. Auf dieser Basis lassen sich gezielte Optimierungsmaßnahmen ableiten, beispielsweise durch die Anpassung von Betriebszeiten oder die bedarfsgerechte Steuerung von Klima- und Beleuchtungssystemen.

Darüber hinaus schafft das System die Grundlage für ein Energiemanagement nach EN ISO 50001 und unterstützt die Erfüllung von ESG- und CSRD-Anforderungen. Ergänzende Leistungen wie Messstellenkonzepte, Energieberatung sowie Unterstützung bei Förderanträgen runden den Supportansatz des IoT-Anbieters ab. Zudem ist die Lösung BAFA-förderfähig, wodurch sich die Investitionskosten zusätzlich reduzieren lassen.

An dieser Stelle kam TRIBICON ins Spiel. Die Expertinnen und Experten der Ingenieursgesellschaft für technische Energiedienstleistungen standen dem Handelsunternehmen mit ihrer Expertise zur Seite. TRIBICON bietet Unternehmen aller Art – gewissermaßen als externe Energieabteilung – die nötige Beratung, wenn es um Themen wie Energie, Fördermittel und ISO-5001-Managementsysteme geht. Auch der Betrieb intelligenter Messstellen und die Entwicklung von Energiebeschaffungsstrategien gehören zum Dienstleistungsportfolio des Anbieters.

Basispakete PSsystec
Energiemonitoring Gebäude

Das Ergebnis: Deutlich messbare Einsparungen von Energie und Betriebskosten

Die Einführung des IoT-Energiemonitorings von PSsystec und die begleitende Beratung durch TRIBICON haben bei dem Einzelhandelsunternehmen erstmals vollständige Transparenz über die Energieverbräuche im gesamten Filialnetz geschaffen. Energieflüsse lassen sich heute standortübergreifend analysieren und vergleichen, wodurch ineffiziente Prozesse schnell identifiziert und optimiert werden können.

Die Ergebnisse sind deutlich messbar: Die Energiekosten konnten um 5 bis 10 Prozent gesenkt werden, während die Betriebskosten durch optimierte Steuerung und effizientere Nutzung der Anlagen insgesamt um bis zu 30 bis 40 Prozent reduziert wurden. Gleichzeitig wurden Lastspitzen verringert und unnötige Dauerverbräuche eliminiert.

Auch im Bereich Nachhaltigkeit zeigt die Lösung Wirkung: Die verbesserte Datengrundlage ermöglicht eine fundierte CO₂-Bilanzierung und erleichtert es, regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in der Skalierbarkeit: Die Lösung lässt sich, wie bei dem erwähnten Handelsunternehmen geschehen, mit geringem Aufwand auf hunderte Standorte ausrollen und flexibel an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen. So entsteht ein zukunftssicheres Energiemanagement, das wirtschaftliche Effizienz und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Ergebnisse und Vorteile der Lösung im Überblick:

  • 5 bis 10 % geringere Energiekosten durch transparente Verbrauchsdaten
  • 30 bis 40 % reduzierte Betriebskosten durch optimierte Steuerung
  • Volle Transparenz über alle Energieflüsse im Filialnetz
  • Schnelle Identifikation von Stromfressern und Lastspitzen
  • Deutlich verbesserte CO₂-Bilanz und fundierte ESG-/CSRD-Datenbasis
  • Schneller Rollout ohne lokale IT-Infrastruktur (ca. 2 Stunden pro Standort)

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