Verwiegungsarbeitsplatz mit Bedienterminal in der Druckfarbenproduktion von Epple, angebunden über das zentrale Wiegesystem von Innomat
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Die Epple Druckfarben AG produziert Bogen-Offset-Druckfarben für den Verpackungsdruck, darunter Anwendungen mit indirektem oder direktem Lebensmittelkontakt. Dafür sind belastbare Chargeninformationen zu Rohstoffen und Halbfabrikaten erforderlich, um Qualitätseigenschaften wie Viskosität systematisch nachvollziehen zu können. Mit dem Wechsel auf ein Cloud-ERP (Microsoft Dynamics 365 Business Central) suchte Epple nach einer Lösung, die manuelle und automatisierte Verwiegungen einheitlich integriert und Chargendaten zuverlässig bereitstellt. Innomat Automation unterstützte die Umsetzung mit einem zentralen Wiegesystem, das den Datenfluss zwischen Produktion und ERP durchgängig digital abbildet.

Die Herausforderung: Standardisierte Chargendaten trotz unterschiedlicher Verwiegungssysteme und steigender Anforderungen

In der Rezeptur- und Chargenfertigung bei Epple Druckfarben werden vollautomatische Dosieranlagen sowie manuelle und teilautomatisierte Verwiegungen parallel eingesetzt. Diese gewachsene Systemvielfalt führte zu unterschiedlichen Bedienkonzepten und getrennten Datenflüssen.

Mit stärkeren Marktvorgaben zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit steigt der Bedarf, Rohstoffchargen und Materialkombinationen unmittelbar nachverfolgen und rückmelden zu können – nicht erst durch Recherche in Unterlagen.

Da Rohstoffe natürliche Schwankungen aufweisen, müssen Qualitätsdaten bereits im Wareneingang erfasst und später im Chargenverlauf eindeutig zuordenbar sein.

Mit der Einführung eines ERP-Systems entsteht die Grundlage für strukturierte Chargeninformationen. Damit Daten jedoch systemweit zur Verfügung stehen, müssen alle Verwiegungsprozesse – automatisiert wie manuell – digital integriert werden, ohne parallele Dokumentationswege und ohne Mehraufwand in der Bedienung.

Manche Kunden fragen gezielt nach einer lückenlosen Chargenverfolgung – und erwarten, dass wir ihnen innerhalb von 24 Stunden alle relevanten Werte liefern können."

Tobias Friedrich, Epple Druckfarben AG

Die Lösung: Zentral integrierte Verwiegung mit direkter Anbindung an das Cloud-ERP

Epple integrierte die vorhandenen Dosieranlagen sowie sechs manuelle und teilautomatisierte Verwiegungsarbeitsplätze in ein zentrales Wiegesystem. Die technische Umsetzung erfolgte durch Innomat Automation auf Basis der Software Kalisto.

Innomat verfügt über langjährige Erfahrung in technisch anspruchsvollen Chargenprozessen mit individuellen Rohstoff- und Rezepturvarianten. Die Kombination aus Automatisierungs-Know-how und ERP-naher Integration stellte sicher, dass Bedienabläufe und Datenlogik exakt auf den realen Produktionsprozess abgestimmt wurden – ohne zusätzliche Komplexität an den Arbeitsplätzen.

Die praktische Umsetzung wurde konsequent auf Usability ausgelegt: Alle Arbeitsplätze nutzen dieselbe Bedienlogik und UI-Elemente. Die Steuerungslogik folgt den realen Prozessschritten – Aufträge können mit wenigen Interaktionen durchlaufen werden, ohne Zusatzschritte oder Umwege.

Fertigungsaufträge werden aus Microsoft Dynamics 365 Business Central über eine REST-Schnittstelle an das Wiegesystem übergeben und lokal zwischengespeichert, sodass die Produktion auch bei kurzzeitigen Verbindungsunterbrechungen mit dem ERP autark weiterlaufen kann.

Die Verwiegung erfolgt je nach Arbeitsplatz automatisch oder manuell. Automatische Dosierungen werden steuerungsseitig ausgeführt und deren Werte direkt übernommen. Bei manuellen Arbeitsschritten werden die jeweiligen Chargennummern verpflichtend eingegeben und systemgestützt den Materialpositionen zugeordnet, inklusive Chargensplits bei Mehrgebinden.

Die Bedienoberfläche ist an allen Stationen einheitlich aufgebaut, sodass die Arbeitsplätze untereinander frei kombinierbar sind. Alle Wiegedaten werden unmittelbar dokumentiert und stehen dem ERP nach Bestätigung des Arbeitsschritts in strukturierter Form zur Verfügung.

Das Ergebnis: Flexibler Verwiegungsprozess und transparente Chargendaten im ERP

Die integrierte Lösung stellt Chargen- und Wiegedaten ohne Zeitverzug im ERP bereit, ersetzt parallele Dokumentationswege und verkürzt durch eine einheitliche Bedienoberfläche Einarbeitungszeiten. Die Mitarbeitenden profitieren unmittelbar: Die Arbeitsplätze können flexibel gewechselt werden, da alle gleich funktionieren.

Jetzt ist alles deutlich einheitlicher. Früher hatten wir verschiedene Systeme im Einsatz – je nach Arbeitsplatz sah das System anders aus."

Tobias Friedrich, Epple Druckfarben AG

Aufträge lassen sich mit wenigen Klicks bearbeiten, was den Durchlauf beschleunigt. Das System erzwingt die Eingabe korrekter Chargennummern – fehlende oder fehlerhafte Angaben werden damit systematisch ausgeschlossen.

Durch die zentrale Datenhaltung können Materialkombinationen und Rohstoffchargen systematisch nachvollzogen werden – bis zur ursprünglichen Rohstoffcharge. Produktionsaufträge lassen sich flexibel an unterschiedlichen Arbeitsplätzen beginnen und fortsetzen, da der gesamte Prozess in einem System geführt wird.

Die konsolidierte Systemarchitektur reduziert die Anzahl individueller Schnittstellen und vereinfacht damit Betrieb und Wartung. Die Lösung ist darauf ausgelegt, weitere Arbeitsplätze schrittweise anzubinden und das Konzept auf zusätzliche Produktionsbereiche zu übertragen.

Für Branchen mit hohen Qualitäts- und Dokumentationspflichten – wie die Druckfarben- oder chemische Industrie – bietet die Lösung eine übertragbare Vorgehensweise: einheitliche Wiegeprozesse, systemgestützte Rückverfolgbarkeit und produktive ERP-Integration ohne Medienbrüche. Innomat begleitet dabei sowohl technisch als auch organisatorisch, um den Standard effizient auf weitere Bereiche auszurollen.

Ein Blick in die Zukunft: Der Arbeitsschritt-Status aus Verwiegung und Produktion wird künftig automatisiert an das Cloud-ERP übertragen, um Auftragsfortschritte in Echtzeit sichtbar zu machen.

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