Heterogene FTF-Flotten herstellerneutral über VDA 5050 steuern

20. Juli 20263 Minuten Lesezeit
Techniker in blauer Arbeitskleidung montiert in einer Industriehalle ein großes Zahnrad-Getriebe.
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ZF ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern, der Systeme für die Mobilität von Pkw, Nutzfahrzeugen und Industrietechnik liefert. In der Produktion spielt die Intralogistik eine zentrale Rolle: Schon heute setzt ZF automatisierte Fahrzeuge ein, um Komponenten aus dem Lager in die Produktion zu liefern, Waren in Auslieferungslager zu befördern oder leere Boxen zu transportieren. Anwendung finden dabei Hardwarelösungen verschiedener Anbieter.

Um diese heterogene Fahrzeuglandschaft effizient zu verwalten und flexibler zu werden, setzt ZF auf die Intralogistics Platform von SYNAOS. Die Software dient als zentrale Leitsteuerung und koordiniert die fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) über die standardisierte Schnittstelle VDA 5050. Der Einsatz erfolgt bereits seit mehreren Jahren an verschiedenen ZF-Standorten.

Die Herausforderung: Heterogene Fahrzeugflotten flexibel und herstellerübergreifend koordinieren

Die Produkte von ZF und ihre Herstellung müssen kontinuierlich an künftige Anforderungen angepasst werden. Das erhöht die Komplexität in der Produktion – und damit auch die Anforderungen an die Intralogistik. Da ZF Fahrzeuge unterschiedlicher Hardwareanbieter einsetzt, entsteht eine heterogene Flotte, die sich nur mit hohem Aufwand einheitlich steuern lässt. Gesucht war daher ein Weg, diese Vielfalt zentral und herstellerübergreifend zu koordinieren, ohne sich an einen einzelnen Hardwareanbieter zu binden.

Hinzu kommen veränderte Anforderungen an die Versorgungskonzepte. Bislang arbeitet ZF nach dem Milkrun-Prinzip, bei dem mehrere Abholungen und Lieferungen in einem Kreislauf zusammengefasst werden. In der Analyse zeigte sich, dass eine auslastungsorientierte Versorgung über viele kurze Transportwege wirtschaftlicher sein kann. Eine solche Steuerung erfordert eine Software, die Routen in der Gesamtschau berechnet, priorisiert und koordiniert.

Perspektivisch verfolgt ZF zudem das Ziel, Matrixproduktionen ohne getaktete Linien zu ermöglichen und die Lösung an Standorten weltweit einzusetzen. Beides setzt eine skalierbare, standardisierte Steuerung voraus. Gleichzeitig soll die Automatisierung repetitive Tätigkeiten in der Intralogistik reduzieren, sodass sich die Arbeit auf anspruchsvollere Aufgaben verlagert.

Die Lösung: Zentrale Intralogistik-Plattform mit VDA 5050 für heterogene Flotten

ZF setzt die Intralogistics Platform von SYNAOS als zentrale Leitsteuerung ein. Die Software berechnet, priorisiert und koordiniert die in der Gesamtschau effizientesten Routen. Damit lässt sich das bisherige Milkrun-Prinzip um auslastungsorientierte Versorgungskonzepte ergänzen, die auf viele kurze Transportwege setzen. Darüber hinaus ermöglicht die Plattform Matrixproduktionen, die ohne getaktete Linien auskommen.

Die Kommunikation mit den fahrerlosen Transportfahrzeugen erfolgt über die standardisierte Schnittstelle VDA 5050. Dadurch lassen sich Fahrzeuge unterschiedlicher Hardwareanbieter in einem System führen, ohne dass sich ZF an einen einzelnen Hersteller bindet. Die Plattform ist global einsetzbar; ergänzend stellt SYNAOS Support für die Einführung an den Standorten bereit.

Das Ergebnis: Herstellerübergreifende Steuerung im produktiven Mehrstandort-Betrieb

Die Intralogistics Platform von SYNAOS ist bei ZF im produktiven Betrieb und bereits an mehreren Standorten ausgerollt. An einem der Standorte bildet die Umsetzung eine komplexe Matrixproduktion ab – ein Beleg dafür, dass sich auch anspruchsvolle Szenarien ohne getaktete Linien realisieren lassen. Damit ist für ZF nachgewiesen, dass sich heterogene FTF-Flotten über die zentrale Leitsteuerung und die Schnittstelle VDA 5050 herstellerübergreifend koordinieren lassen.

Für ZF entsteht so eine tragfähige, herstellerneutrale Steuerungsbasis. Die Versorgung lässt sich zunehmend auslastungsorientiert ausrichten – weg von rein zyklischen Milkrun-Fahrten hin zu bedarfsgerechten, kurzen Transportwegen.

Quantifizierte Effizienz- oder Wirtschaftlichkeitskennzahlen liegen bislang nicht vor. Der Mehrwert zeigt sich im produktiven Mehrstandort-Betrieb: in der herstellerübergreifenden Steuerung einer gemischten Flotte, der nachgewiesenen Eignung für komplexe Matrixproduktionen und der geschaffenen Grundlage für die weitere Skalierung.

Ausblick: Flotte weiter ausbauen und Mitarbeitende qualifizieren

ZF plant, künftig vorrangig in automatisierte Prozesse zu investieren und in den kommenden vier bis fünf Jahren jährlich 250 bis 300 Fahrzeuge weltweit zu integrieren. Ein Schwerpunkt liegt darauf, die Mitarbeitenden im Prozess mitzunehmen und für anspruchsvollere Aufgaben in der Intralogistik zu qualifizieren.

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