Ab 2027 wird der Digitale Produktpass (DPP) Schritt für Schritt für Produkte aus vielen Branchen Pflicht. Hersteller müssen dann verifizierte Informationen mit QR-Codes direkt am Produkt verfügbar machen. Der DPP wird damit für Hersteller zu einem zentralen Baustein ihrer Produkt- und Serviceprozesse. Die Lösung von KURZ Digital zeigt, wie sich regulatorische Anforderungen mit Datenintegration, Servicefunktionen und neuen digitalen Kontaktpunkten verbinden lassen. Seit ungefähr zehn Jahren nutzt Bayer CropScience diese Lösung im Bereich Pflanzenschutz in Form von Sicherheitsetiketten, bei einigen Produkten ist bereits der Zugang zu weiteren Informationen möglich.
Die Herausforderung: EU-Pflicht erfasst viele Branchen
Der Digitale Produktpass (DPP) ist eine neue EU-Regulierung und wird ab 2027 zu einer Pflichtaufgabe. Zu den ersten Anwendungsfällen gehören Stahl, Textilien, Aluminium, Reifen, Möbel, Bauprodukte, Spielzeug und Elektronik. Damit betrifft der DPP viele Wertschöpfungsketten von Industriegütern bis zu Alltagsprodukten.
Digitale Identität bündelt Lebenszyklusdaten
Der DPP ist die digitale Identität eines physischen Produkts. Er bietet verifizierte Daten zu Materialien, Herkunft, Fertigung, Qualität, Nachhaltigkeit und Service über seine gesamte Lebensdauer. Der Zugriff erfolgt zwingend über einen QR-Code auf dem Produkt. Endkunden sehen nach dem Scan auf einer Website Nachhaltigkeitsangaben, Anleitungen, Garantie- und Serviceinformationen. Im B2B-Bereich erhalten weitere Akteure wie Händler, Werkstätten und Servicepartner tiefergehende Daten.
Der Ausgangsgedanke des DPP ist neben dem Endkunden-Service die nachhaltige Nutzung von Materialien und Ressourcen. Damit reagiert er auf die EU-Ökodesign-Verordnung (Ecodesign for Sustainable Products Regulation, ESPR), mit der die EU eine Kreislaufwirtschaft erreichen will. Waren sollen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgt werden, so dass Reparatur, Wiederverwendung, Weiterverkauf, Rücknahme, Aufbereitung und Recycling einfacher sind. Ein Produktpass bietet die dafür notwendigen Informationen.
Vorgaben schaffen Orientierung für die Umsetzung
Der Digitale Produktpass hat in der praktischen Einführung spezifische Rahmenbedingungen. Aufwand, Datenmodell und technische Umsetzung werden je nach Branche derzeit von der EU konkretisiert. So können Unternehmen Strukturen aufbauen und ihre Lösungen flexibel an kommende Anforderungen anpassen.
Auch zentrale Registrierungsstellen und Backup-Provider befinden sich noch in der Ausgestaltung. Sie sollen künftig dazu beitragen, die Verfügbarkeit des DPP dauerhaft abzusichern, etwa wenn ein Unternehmen nicht mehr am Markt aktiv ist. Aktuelle Lösungen für den Produktpass entwickeln sich daher zu komplexen, aber flexiblen Plattformen, die in Zukunft anhand neuer regulatorischer und technischer Anforderungen weiter ausgebaut werden.
Herausforderungen im Überblick
- •EU-Pflicht startet 2027 und erreicht schrittweise viele Branchen.
- •Datenmodelle und Passebenen werden von der EU aktuell finalisiert.
- •Produktdaten liegen oft verteilt in ERP-, PLM- und CRM-Systemen.
- •Verfügbarkeit muss auch bei Marktaustritt gesichert bleiben.
Die Lösung: Der Digitale Produktpass verbindet Compliance und Service
Der Service ProduktPass PLUS von KURZ Digital ist eine webbasierte Plattform für die eindeutige digitale Identifikation physischer Produkte. Er geht über die reine Passbereitstellung hinaus und basiert auf einer seit Jahren etablierten, kontinuierlich weiterentwickelten Plattform. Dadurch gibt es neben der Bereitstellung von Produktdaten auch Funktionen für Echtheitsprüfung, Track & Trace, Scan-Auswertung, Alerts und Graumarkterkennung.
Produktkennungen liefern die technische Grundlage
Ähnliche Konzepte wie Produktpässe gibt es bereits für andere Zwecke. So nutzen einige Computer-Hersteller Aufkleber mit QR-Codes auf ihren Geräten, die zu umfangreichen technischen Informationen führen. Damit wird Händlern und Reparaturbetrieben der Umgang mit den vielen unterschiedlichen Geräten erleichtert.
Auch KURZ Digital besitzt bereits seit einigen Jahren eine vergleichbare Plattform, mit der sich die Echtheit von Produkten überprüfen lässt, etwa mit maschinenlesbaren Codes. Der technische Grundgedanke ist ähnlich wie beim EU-Produktpass: Jedes Produkt erhält für die Identifizierung eine eindeutige Kennung.
QR-Code öffnet Funktionen direkt am Produkt
Der Zugang zum Produktpass erfolgt über einen QR-Code. Er muss auf dem Produkt selbst, durch ein Sicherheitsetikett oder ein Label und zudem, wenn gewünscht, auf einer Verpackung angebracht werden. Nach dem Scan öffnet sich eine digitale Oberfläche mit Informationen. Neben vordefinierten Pflichtfeldern gibt es auch frei konfigurierbare, benutzerdefinierte Datenfelder. Dadurch erhält das physische Produkt einen digitalen Informationsraum mit den folgenden Möglichkeiten:
- Der Scan des QR-Codes führt auf eine verifizierte Seite, auf der die Echtheit eines Produkts bestätigt wird.
- Verbraucher erhalten Nachhaltigkeitsinformationen, Servicepartner technische Datenblätter und Reparaturanweisungen.
- Track-&-Trace-Funktionen machen Standorte und Vertriebswege transparent. So lassen sich Graumarktströme erkennen und Fälschungen erschweren.
- Wenn ein Produkt nur in einem bestimmten Markt verkauft werden soll, kann ein Scan an einem unerwarteten Ort eine automatische Benachrichtigung auslösen, etwa per E-Mail.
- Die Scan-Daten zeigen, in welchen Märkten die Produkte genutzt werden. Unternehmen gewinnen dadurch Hinweise auf Nutzungsmuster und mögliche Auffälligkeiten.
- Berechtigte Anwender können eine Änderungshistorie einsehen, die dokumentiert, wer wann welche Änderungen vorgenommen hat.
- Möglich ist der Einsatz als digitales Serviceheft, in das Werkstätten Arbeiten und Reparaturen eintragen.
- Darüber hinaus können weitere Funktionen ergänzt werden, die dem Endkunden einen Mehrwert bieten, zum Beispiel ein Live-Video-Support-System.
Schnittstellen binden ERP, PIM und CRM an
Die Plattform ist seit etwa zehn Jahren im Einsatz und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Technisch lässt sie sich über Schnittstellen in bestehende Systemlandschaften integrieren, etwa in ERP-, PIM- und CRM-Systeme. Für die Anbindung steht eine REST-API bereit. Zusätzlich sind kundenspezifische Integrationen und CSV-Importe möglich.
Die Plattform unterstützt zudem Rollen- und Rechtekonzepte bis auf Datenfeldebene. Auf diese Weise werden öffentliche Informationen für Endkunden und geschützte Inhalte für Werkstätten, Servicepartner, Auditoren oder Entsorger über denselben Produktpass bereitgestellt. Der Betrieb erfolgt standardmäßig als gehostete Plattform im Rechenzentrum von KURZ Digital. Auf Wunsch sind auch andere Betriebsmodelle wie On-Premises oder eine eigene Cloud-Instanz möglich.
Die Einführung des DPP beginnt bei KURZ Digital mit einer Beratungsphase: In Workshops werden Datenstrukturen, vorhandene Systeme und Anforderungen analysiert. Unternehmen erhalten Unterstützung bei der Frage, welche Daten sie für den Produktpass benötigen und wo diese Daten im Unternehmen liegen. Diese Beratung ist wichtig, weil die technische Plattform allein das Datenproblem nicht löst. Erst wenn die relevanten Informationen strukturiert bereitstehen und ihre Silos verlassen, kann der Produktpass zuverlässig arbeiten.
Das Ergebnis: Compliance mit operativem Nutzen
Mit dem Digitalen ProduktPass PLUS von KURZ Digital können Unternehmen verifizierte Produktinformationen strukturiert bereitstellen und direkt am Produkt zugänglich machen. Der Produktpass kann damit viele unterschiedliche Informationsbedarfe bedienen. Das Ergebnis ist eine Verbindung aus Compliance, Transparenz und operativem Nutzen.
Seit rund zehn Jahren setzt Bayer CropScience die Lösung von KURZ Digital im Bereich Pflanzenschutz ein. Pflanzenschutzmittel und Saatgut besitzen Sicherheitsetiketten und QR-Codes, die vor allem dem Markenschutz dienen. Bei einigen Produkten gibt es bereits zusätzliche Produktinformationen. Dies fällt zwar in dem Sinne nicht unter die Regulatorik, weist aber in dieselbe Richtung.Inzwischen befinden sich mehr als eine Milliarde Codes im System. Das belegt die Fähigkeit der Plattform, große Datenmengen zu verwalten.
So zeigt sich, dass der Produktpass Unternehmen dabei unterstützt, Produktdaten zu strukturieren und ihre Qualität zu steigern. Daraus entsteht der geschäftliche Mehrwert. Serviceabläufe lassen sich beschleunigen, Reparaturen dokumentieren und Servicehistorien speichern. Wer den Produktpass strategisch nutzt, kann zudem neue digitale Kontaktpunkte schaffen und über gezielte Kundenansprache After-Sales-Potenziale erschließen.
Ergebnisse im Überblick
- •Technische Grundlage für direkt verfügbare verifizierte Produktdaten.
- •Rollenbasierter Zugriff bedient unterschiedliche Informationsbedarfe von Endkunden bis zu Servicepartner und Auditoren.
- •Compliance und Servicefunktionen greifen zusammen.
- •Servicehistorien und After-Sales-Prozesse werden digital abbildbar.
Erfahre mehr über: https://kurzdigital.com/loesungen/digitaler-produktpass-plus/




