#98Use Cases für Systemintegratoren – Automatisierer setzen auf neue IoT-Services
Wir gehen in Folge 98 auf ein spezielles Fallbeispiel ein, in dem ein großer Getränkehersteller in Nigeria einen sensorbasierten Tank Level Monitor installierte, um Daten wie Füllstand und Durchfluss in Echtzeit zu erfassen. Diese Lösung, bereitgestellt von der Schildknecht AG, nutzte mobilfunkbasierte IoT-Technik zur Überwachung der Lieferkette. Die Schildknecht AG ist ein Familienunternehmen und entwickelt seit über 40 Jahren Datenübertragungslösungen. Viele ihrer Kunden sind Systemintegratoren.
Wir tauchen in die technischen Details ein und erklären, wie der Mobilfunk-Gateway der Serie DATAEAGLE 7000 und die Device Cloud DATAEAGLE Portal zusammenarbeiten, um eine sichere Datenübertragung zu gewährleisten. Außerdem besprechen wir, wie die Daten analysiert werden können, um den täglichen Verbrauch zu berechnen oder Warnungen bei bestimmten Füllständen auszugeben.
Abschließend diskutieren wir, wie diese IoT-Lösung Kosten und Personalaufwand spart, Fehlerquellen ausschließt und hilft, automatisiert Anomalien zu identifizieren. Gemeinsam mit Elena Eberhardt (Member of Advisory Board, Business Development & Marketing Managerin, Schildknecht AG) und Didier Kärst (Produktmanager Wireless & IoT, Schildknecht AG) begeben wir uns auf die spannende Reise in die Welt der digitalisierten Lieferkettenüberwachung.
Thomas Schildknecht (Vorstand/CEO, Schildknecht AG) über das Besondere des vorgestellten Projekts (nicht im Podcast enthalten)
Kannst du nochmal zusammenfassen, was das Projekt, sage ich mal, besonders macht. Du hast jetzt gerade von der Bastler Bude auch gesprochen, wo ihr euch mit dem Marktbegleiter ausgetauscht habt, was euch da besonders macht. Vielleicht das noch mal ganz kurz herausstellen, was macht das Projekt besonders in Nigeria?
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass wir eigentlich erst durch die komplette Funktionalität, die wir unter anderem mit der SIM-Karte ermöglichen, in der Lage sind, aus der Ferne, aus Deutschland heraus, irgendein Projekt weltweit umzusetzen, ohne dass wir den Kunden vor Ort kannten, ohne dass wir dort runterfliegen mussten, um mit dem Projekt zu verhandeln und umzusetzen und das lebt er jeden Tag. Der muss ja uns auch jeden Monat die geringen Mobilfunkkosten, aber nichtsdestotrotz die Kosten in Echtzeit übertragen und dort würde er normalerweise ein Vertrauensverhältnis voraussetzen. Die Alternative und das ist mir gerade auf der Hannover Messe bei einer Diskussion mit dem Marktbegleiter aufgefallen, dort heißt es immer allgemein: ja wir lassen die ganze SIM-Karten Problematik unseren Endkunden machen.
Unser Getränkehersteller, der im Endeffekt die Daten nutzt, würde das nicht tun. Der Automatisierer, das ist eine kleine Firma mit zehn Leuten, die sich eher auf Steuerungstechnik verstehen. Der könnte das nicht tun. Eine nigerianische SIM-Karte können wir in Deutschland nicht kaufen, einsetzen. Also man brauchte wirklich die Funktionalität bis ins Kleinste. Und das Kleinste ist in dem Fall auch in Echtzeit die Datenabrechnung durchzuführen und was ist, wenn der Kunde jetzt nicht bezahlt. Wir können ja nicht auf unseren Kosten sitzen bleiben, weil das ist ein europäischer Mobilfunkvertrag, der dort im Hintergrund läuft über, was Didier schon sagte, dieses „Unsteered Roaming“. Also da laufen schon Kosten auf und wir hatten im Laufe der letzten Jahre durchaus mal einen Monat, wo die automatische Überwachung angesprungen ist, weil die Kosten nicht einbezahlt worden sind auf dieses Prepaid-Konto. Und dann wurde einfach für einen Tag der Datenlogger nicht ausgelesen und nachdem Geld wieder eingeflossen ist, ist automatisch der Prozess wieder gestartet.
Also an solche kleinen Dinge muss man denken, wenn man so ein Projekt in dieser Größenordnung abdeckt und zur Größenordnung sag ich ausdrücklich: das sind nur zehn Stationen. Also wir haben nicht ein großes Projekt, wo wir einen Projektmanager dahinter haben, der dann tausend Stationen managt, sondern wir können sowas tun mit einem einzigen Stück. Wir sagen auch IoT startet mit einem einzigen Gerät. Das kann bei uns ein Proof of Concept sein, das kann aber auch sein, dass hier in dieser Anwendung jetzt der Endausbau mit zehn Stationen erfolgt ist und wir das managen, ohne dass wir Personal hier vorhalten müssen.
10.05.2023