Agrarwirtschaft
Branche

Agrarwirtschaft

IoT in der Landwirtschaft verbindet Sensoren auf Feld, Hof und Maschine per Funk mit einer Plattform, die Messwerte auswertet und Alarm schlägt. Das spart Wasser, Kontrollfahrten und Ausfälle in der Erntezeit und dokumentiert Nachweise automatisch. In der Praxis spart ein Gartenbaubetrieb so bis zu 60 % Wasser, ein Landkreis erfasst die Beregnung ohne Kontrollen vor Ort.

IoT Use Cases in der Branche Agrarwirtschaft

17 Use Cases, die in dieser Branche bereits umgesetzt wurden. Sortiert nach Zahl der Umsetzungen.

3 Lösungsbeispiele in dieser Branche

Produktionsdaten, Wartungsprotokolle und Betriebsanleitungen werden zentral in digitalen Archiven gespeichert. Dies erleichtert den Zugriff und die Verwaltung für Mitarbeiter in der Produktion und im Management.

Dominik Forster, KURZ Digital Solutions GmbH & Co. KGBjörn Jansen, secunet Security Networks AGFriedemann Wulff-Woesten, secunet Security Networks AG
Partner, die diesen Use Case bereits nachweislich realisiert haben
KURZ Digital Solutions GmbH & Co. KG
secunet Security Networks AG
Umsetzungen ansehen
2 Lösungsbeispiele in dieser Branche

Zentrale Erfassung verteilter Mess- und Zustandsdaten. Die Fernauslesung ermöglicht das automatisierte Auslesen von Betriebs-, Zustands- und Verbrauchsdaten aus Anlagen und Infrastrukturen ohne manuelle Vor-Ort-Ablesung. Die Daten fließen in das Condition Monitoring und das Energiemonitoring ein und werden zugleich lückenlos digital dokumentiert.

Lukas Schattenberg, IXON
Partner, die diesen Use Case bereits nachweislich realisiert haben
IXON
Umsetzungen ansehen
2 Lösungsbeispiele in dieser Branche

Mit moderner Sensortechnologie und smarter Datenauswertung lassen sich Schäden erkennen, bevor sie eskalieren. Ob Lecks in Wasserleitungen, Überhitzungen in elektrischen Anlagen oder mechanische Abnutzung – kontinuierliche Überwachung macht Probleme früh sichtbar. Im Condition Monitoring und in der Predictive Maintenance bleibt Zeit für gezielte Wartung, in der korrektiven Instandhaltung sind betroffene Komponenten schnell lokalisiert, und in der Schadensprävention schützt sie Anlagen und Infrastruktur langfristig.

Lukas Schattenberg, IXONRichard Habering, igus SE & Co. KG
Partner, die diesen Use Case bereits nachweislich realisiert haben
IXON
igus SE & Co. KG
Umsetzungen ansehen
2 Lösungsbeispiele in dieser Branche

Im Bereich der Supply Chain oder bei hochwertigen Gütern ist der Schutz vor Fälschungen essenziell. Track-and-Trace-Technologien und blockchain-basierte Lösungen schaffen Transparenz und verhindern Manipulationen. Das stärkt das Vertrauen in die Produkte und die Marktposition.

Dominik Forster, KURZ Digital Solutions GmbH & Co. KGBjörn Jansen, secunet Security Networks AGFriedemann Wulff-Woesten, secunet Security Networks AG
Partner, die diesen Use Case bereits nachweislich realisiert haben
KURZ Digital Solutions GmbH & Co. KG
secunet Security Networks AG
Umsetzungen ansehen
2 Lösungsbeispiele in dieser Branche

Digitale Temperaturüberwachung auch für extreme Bedingungen. In unserem Netzwerk werden IoT-gestützte Temperaturmessungen zum Beispiel für Dampfleitungen umgesetzt – mit LoRaWAN- oder mioty®-Sensoren, die über 10 Jahre wartungsfrei arbeiten. Im Condition Monitoring und in der Predictive Maintenance zeigen die Daten Trends und Anomalien frühzeitig, in der korrektiven Instandhaltung helfen sie, Hotspots zu orten und defekte Komponenten gezielt instand zu setzen.

Christoph Schneider, ifm-Unternehmensgruppe
Partner, die diesen Use Case bereits nachweislich realisiert haben
ifm-Unternehmensgruppe
Umsetzungen ansehen
1 Lösungsbeispiel in dieser Branche

Automatisierte Erstellung von Berichten und Protokollen für Audits und Compliance-Anforderungen. Digitale Systeme ermöglichen eine lückenlose Nachverfolgung und sorgen für Effizienz in Prüfprozessen

Umsetzungen ansehen

In welchen Funktionsbereichen IoT in der Branche Agrarwirtschaft eingesetzt wird

Zahl der Lösungsbeispiele je Eintrag. Die Zahl führt direkt zu genau diesen Beispielen.

Sechs Herausforderungen, bei denen IoT in der Landwirtschaft hilft

Wasser sparen bei der Bewässerung

Trockenphasen werden länger, Wasser wird teurer. Bodenfeuchtesensoren, Wasserzähler und zeitgesteuerte Beregnung sorgen dafür, dass nur gewässert wird, wo und wann die Pflanzen es brauchen.

Ausfälle in der Erntezeit vermeiden

Steht eine Maschine mitten in der Ernte still, lässt sich die verlorene Zeit nicht nachholen. Condition Monitoring erkennt Verschleiß an Landtechnik und Anlagen, bevor es zum Stillstand kommt.

Rückverfolgbarkeit und Dokumentationspflichten

Handel, Behörden und Förderprogramme verlangen Nachweise über Herkunft, Bewässerung und Pflanzenschutz. Automatisch erfasste Daten ersetzen Papierprotokolle, QR-Codes am Produkt machen die Echtheit prüfbar.

Nachhaltigkeit und ESG-Nachweise

Abnehmer, Banken und die EU fragen nach belastbaren Zahlen zu Wasser, Energie und CO₂. Sensordaten machen Verbräuche messbar und Berichte überprüfbar.

Cybersicherheit vernetzter Landmaschinen

Landmaschinen senden Telemetrie ins Backend und erhalten Updates aus der Ferne. Digitale Identitäten und verschlüsselte Verbindungen sorgen dafür, dass nur autorisierte Geräte miteinander kommunizieren.

Fachkräftemangel und entlegene Standorte

Immer weniger Menschen betreuen immer mehr Fläche. Statt täglicher Kontrollfahrten zu Brunnen, Pumpen und Zählern melden batteriebetriebene Sensoren per Mobilfunk, wenn etwas nicht stimmt.

IoT in der Landwirtschaft ersetzt Kontrollfahrten durch Messwerte: Sensoren erfassen Bodenfeuchte, Wasserstände, Temperaturen und Maschinenzustände, und per Funk kommen die Daten aufs Smartphone, ins Büro oder direkt in die Steuerung. Dieses datengestützte Arbeiten nennt man Smart Farming.

Hier findest du Praxisbeispiele aus der Agrarwirtschaft, umgesetzt von Anwendern und Anbietern aus dem IoT Use Case Netzwerk. Sie reichen vom Gießwagen, der bis zu 60 % Wasser spart, über die Fernwartung von Stalltechnik bis zu sicheren digitalen Identitäten für Landmaschinen von CLAAS. Jedes Beispiel zeigt, welche Technik im Einsatz ist und was sie gebracht hat. Keine Zukunftsvision, sondern umgesetzte Projekte.

Was ist Smart Farming?

Smart Farming ist datengestützte Landwirtschaft: Vernetzte Sensoren erfassen, was auf dem Feld, im Stall oder an der Maschine passiert, und eine Software macht daraus Alarme, Steuerbefehle und Grundlagen für Entscheidungen. Die technische Basis ist das Internet der Dinge (IoT). Oft ist gleichbedeutend von Landwirtschaft 4.0 oder digitaler Landwirtschaft die Rede.

Typische Einsatzfelder sind Bewässerung, Stall- und Landtechnik, die Wasser- und Energieversorgung eines Hofs sowie die Dokumentation. Precision Farming, auf Deutsch Präzisionslandwirtschaft, ist ein Teilbereich von Smart Farming: Dünger, Pflanzenschutz und Wasser werden teilflächengenau ausgebracht, meist GPS-gestützt und mit Satelliten- oder Drohnendaten. IoT in der Landwirtschaft reicht weiter und umfasst alles, was sich messen und aus der Ferne überwachen lässt.

Der große Vorteil der Digitalisierung der Landwirtschaft: Ihr Nutzen ist oft direkt messbar, in Kubikmetern Wasser, gesparten Kontrollfahrten oder Stunden, in denen eine Maschine nicht stillsteht. Die folgenden Beispiele aus dem IoT Use Case Netzwerk zeigen das mit echten Zahlen.

Smart-Farming-Beispiele: Wo IoT in der Landwirtschaft heute eingesetzt wird

Bewässerung: bis zu 60 % weniger Wasser

Der Exaktgießwagen von Dercks Gartenbau bringt das Wasser punktgenau in die Mitte jedes Topfes und spart so bis zu 60 % Wasser. Pro Hektar und Saison sind das bis zu 4.000 Kubikmeter Wasser und 1.400 Kilogramm Nährsalz. Energieketten von igus führen die Versorgungsleitungen auf den langen Verfahrwegen, Sensoren überwachen dabei laufend die Kräfte auf den Leitungen.

Ein Landkreis in Deutschland hat die landwirtschaftliche Beregnung digitalisiert. Batteriebetriebene Datenlogger von PSsystec lesen die Wasserzähler in den Feldschächten per NB-IoT und LTE-M aus. Die Mengen werden mit den geplanten Zeitfenstern abgeglichen, etwa 20 bis 22 Uhr. Das verringert die Verdunstung, macht Kontrollen vor Ort überflüssig und dokumentiert jede Beregnung automatisch, auch für die Abwicklung von Fördermitteln.

Brunnen und Wärmeleitungen per Mobilfunk überwachen

Auf dem Kögelhof in Mochenwangen, einem Hof mit Biogasanlage, misst ein IO-Link-Füllstandsensor den Wasserstand des Brunnens, der wenige hundert Meter vom Hof entfernt liegt. Das Mobilfunk-Gateway io-key von ifm sendet die Werte in die IIoT-Plattform moneo, ganz ohne Kabel und Netzwerk vor Ort. Strom liefert ein kleines Solarmodul mit Akku. Fällt der Pegel unter den Grenzwert, kommt automatisch eine Meldung.

Derselbe Hof liefert Wärme aus der Biogasanlage über eine 1,5 Kilometer lange Leitung an die Schule im Ort. Temperatursensoren an Vor- und Rücklauf überwachen die Fernwärmeleitung, und ein Mobilfunk-Gateway meldet, wenn an der Schule zu wenig Wärme ankommt.

Fernwartung von Stall- und Landtechnik

Rudolf Hörmann baut Stall-, Hallen- und Steuerungssysteme für landwirtschaftliche Betriebe. Für den Fernzugriff auf die Steuerungsanlagen setzt das Unternehmen statt eigener VPN-Server heute auf die Cloud-Plattform von IXON. Ein neuer Router ist per USB-Stick in fünf Minuten eingerichtet statt in rund 30 Minuten. Viele Servicefälle lassen sich jetzt aus der Ferne lösen, etwa wenn eine Breitschieberanlage stehen bleibt, weil ein Motorschutzschalter ausgelöst hat. Früher hieß das oft: stundenlange Anfahrt.

Wo ein Ausfall teuer wird, lohnt sich zusätzlich Condition Monitoring: Sensoren erfassen Kräfte, Temperaturen oder Vibrationen und melden Verschleiß, bevor eine Anlage stillsteht. Beim Gießwagen von Dercks Gartenbau kann die Sensorik sogar einen Notstopp auslösen, wenn ein Grenzwert überschritten wird.

Rückverfolgbarkeit und digitaler Produktpass

Bayer CropScience kennzeichnet Pflanzenschutzmittel und Saatgut seit rund zehn Jahren mit Sicherheitsetiketten und QR-Codes von KURZ Digital. Ein Scan zeigt, ob ein Produkt echt ist. Inzwischen liegen mehr als eine Milliarde Codes im System. Dieselbe Technik ist die Grundlage für den digitalen Produktpass, den die EU ab 2027 schrittweise für viele Produktgruppen vorschreibt. Mehr dazu unter Traceability (Rückverfolgbarkeit).

Sichere digitale Identitäten für Landmaschinen

Moderne Landmaschinen senden Telemetrie-, GPS- und Erntedaten ins Backend und bekommen Software-Updates over the air. CLAAS hat dafür gemeinsam mit secunet eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) für vernetzte Landmaschinen aufgebaut. Jede Maschine erhält schon in der Produktion ein eigenes Zertifikat, das mit ihrer Seriennummer verknüpft ist. So kommunizieren nur autorisierte Maschinen mit dem Backend und mit Plattformen wie CLAAS connect. Wie beide Unternehmen dabei vorgegangen sind, erzählen sie in der Podcast-Folge Digitale Landwirtschaft mit sicheren Identitäten.

Windenergie auf dem Acker: Vogelschutz bei der Feldarbeit

Stehen Windräder auf Agrarflächen, müssen sie unter bestimmten Bedingungen bei und nach Mahd, Ernte oder Bodenbearbeitung tagsüber abschalten. Die Arbeiten locken Vogelarten wie den Rotmilan an. Das System SELA von ATEG Automation erkennt die Feldarbeit mit Infrarotkameras im Umkreis von bis zu 250 Metern. Über ein IIoT-Gateway von Red Lion schaltet es die Anlage automatisch in den ungefährlichen Trudelbetrieb. Die fehleranfällige Abstimmung zwischen Landwirt und Anlagenbetreiber ist damit nicht mehr nötig.

Aquakultur: Fischzucht im Container

Das österreichische Start-up Blue Planet Ecosystems züchtet Fische in einem geschlossenen Ökosystem in Containergröße, betrieben mit Sonnenlicht. Sensoren messen Temperatur, Licht und Sauerstoffgehalt, Kameras mit künstlicher Intelligenz beobachten den Fischschwarm. Über MQTT und die Cloud-Plattform von Cloudflight wird die Anlage aus der Ferne überwacht, gesteuert und laufend optimiert.

Die Technik hinter Smart Farming: Sensoren, Funk und Plattform

Eine IoT-Lösung in der Landwirtschaft besteht meist aus drei Teilen. Die Sensorik misst, worauf es ankommt: Bodenfeuchte, Füllstand, Durchfluss, Temperatur, Kräfte oder Maschinenzustände. Industrielle Sensoren werden oft über IO-Link angebunden, Wasserzähler mit Impulsausgang über einfache Datenlogger.

Die Datenübertragung muss zum Standort passen. Auf dem Acker und im Schacht gibt es selten Strom oder WLAN. Viele Projekte setzen deshalb auf sparsamen Funk: NB-IoT und LTE-M nutzen das Mobilfunknetz, LoRaWAN überbrückt mit eigenen Gateways mehrere Kilometer. Batteriebetriebene Geräte kommen damit oft jahrelang ohne Batteriewechsel aus, der Datenlogger im Landkreis-Projekt bis zu fünf Jahre.

Die IoT-Plattform schließlich sammelt die Daten, zeigt sie in Dashboards, verschickt Alarme per SMS, E-Mail oder App und gibt sie über Schnittstellen wie eine REST-API an bestehende Systeme weiter. Datensicherheit gehört von Anfang an dazu: verschlüsselte Verbindungen, getrennte Netze und eindeutige Geräte-Identitäten wie im Beispiel von CLAAS.

Feld statt Fabrik: Was IoT in der Agrarwirtschaft besonders macht

Auf dem Feld gelten andere Bedingungen als in der Fabrikhalle: Staub, Nässe, Frost und Hitze, Funklöcher im ländlichen Raum und Messstellen ohne Stromanschluss. Gefragt sind deshalb robuste, wasserdichte Geräte, eine Versorgung über Batterie oder Solarmodul und Funktechnik, die mit wenig Energie auskommt. Lösungen, die Daten vor Ort vorverarbeiten, bleiben auch bei schwacher Verbindung arbeitsfähig.

Dazu kommt die Betriebsgröße. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben keine eigene IT-Abteilung. Lösungen müssen sich ohne Programmierkenntnisse in Betrieb nehmen lassen, wenig Wartung brauchen und mit einem einzigen Messpunkt starten können. Dercks Gartenbau hat Energiekette und Überwachung selbst installiert. Für den Brunnen auf dem Kögelhof reichten ein Füllstandsensor, ein Mobilfunk-Gateway und ein kleines Solarmodul.

In fünf Schritten zum eigenen Smart-Farming-Projekt

1. Mit einem messbaren Problem beginnen. Wähle einen Anwendungsfall, dessen Nutzen du in Euro, Kubikmetern oder Stunden beziffern kannst: Wasserverbrauch, Kontrollfahrten, Ausfallzeiten oder Dokumentationsaufwand.

2. Bestehende Anlagen nachrüsten. Zähler mit Impulsausgang, vorhandene Steuerungen und Sensoren lassen sich meist per Retrofit anbinden, ohne die Anlage umzubauen.

3. Funktechnik nach Standort wählen. Mobilfunkabdeckung prüfen, Stromversorgung klären, dann zwischen NB-IoT, LTE-M, LoRaWAN oder 4G entscheiden.

4. Klein starten, dann ausrollen. Ein Pilot mit wenigen Messpunkten zeigt nach einer Saison, ob sich die Lösung lohnt. Bei Dercks Gartenbau hat sich die Rechnung schon nach der ersten Saison bestätigt.

5. Daten nutzbar machen. Alarme, Dashboards und Schnittstellen entscheiden, ob die Daten im Alltag ankommen und ob sie sich für Förderanträge und ESG-Berichte weiterverwenden lassen.

Häufige Fragen: Smart Farming und IoT in der Landwirtschaft umsetzen

Wie starte ich mit Smart Farming in meinem Betrieb?

Mit dem einen Problem, das dich heute am meisten Zeit oder Geld kostet, etwa Kontrollfahrten zu Brunnen, Pumpen oder Beregnungsanlagen. Rüste dort einen Sensor und ein Mobilfunk-Gateway nach, richte Alarme ein und miss nach einer Saison den Nutzen. Ein Hof mit Biogasanlage überwacht so seinen abgelegenen Brunnen mit einem Füllstandsensor und einem kleinen Solarmodul. Erst wenn sich das rechnet, folgen weitere Standorte und Anwendungen.

Welche Sensoren lohnen sich in der Landwirtschaft zuerst?

Die Sensoren, die dir Kontrollgänge ersparen oder teure Ausfälle verhindern. Füllstandsensoren an Brunnen und Tanks melden Engpässe rechtzeitig, Zähler an Pumpstationen erfassen Beregnungsmengen automatisch, Temperatursensoren sichern Wärmeleitungen etwa einer Biogasanlage. An Maschinen und Gießwagen überwachen Kraftsensoren die Leitungsführung und lösen bei Grenzwerten einen Notstopp aus. Bodenfeuchte und Wetterdaten lohnen sich, sobald du die Beregnung danach steuerst.

Wie digitalisiere ich die Beregnung in der Landwirtschaft?

Mit batteriebetriebenen Datenloggern, die du an vorhandene Wasserzähler und Pumpstationen anschließt, ganz ohne neue IT-Infrastruktur. Sie senden Mengen, Start und Ende der Beregnung per Mobilfunk an eine Plattform und alarmieren per SMS, wenn Grenzwerte überschritten werden. Ein Landkreis gleicht so Beregnungsmengen mit festen Zeitfenstern am Abend ab, spart Wasser durch weniger Verdunstung und dokumentiert alles automatisch, auch für Fördermittel. Die Umrüstung hat sich schnell bezahlt gemacht.

Wie stelle ich Pumpen und Alarmtechnik vor der 2G-Abschaltung um?

Erfasse zuerst alle Geräte mit 2G-Modem, etwa an Pumpen, Brunnen, Beregnungsanlagen oder Ställen, und tausche sie gegen Modems oder Datenlogger mit LTE-M oder NB-IoT. Beide sind stromsparend und für Batteriebetrieb ausgelegt. Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz zum 30. Juni 2028 ab, Vodafone und O2 folgen im zweiten Halbjahr 2028. Nutze die Umrüstung gleich für mehr: Fernablesung, Störmeldungen und automatische Dokumentation kosten dann kaum zusätzlich.

Wie vernetze ich abgelegene Brunnen, Pumpen und Leitungen ohne eigenes Netzwerk?

Über Mobilfunk-Gateways oder Datenlogger, die ihre Werte direkt an eine Cloud-Plattform senden. Ein Kabel zum Hof oder WLAN brauchst du dafür nicht. Strom liefern Batterien, die bis zu fünf Jahre halten, oder ein kleines Solarmodul. Bei schwachem Empfang im Schacht hilft eine externe Antenne, für viele Messpunkte auf großer Fläche eignet sich ein LoRaWAN-Gateway. Achte auf offene Schnittstellen wie eine REST-API, damit die Daten in deine übrigen Systeme fließen.

Lohnt sich IoT auch für kleinere Betriebe?

Ja, wenn das Projekt bei einem konkreten Problem ansetzt. Auf einem Hof mit Biogasanlage reichten für die Überwachung des Brunnens ein Sensor, ein Mobilfunk-Gateway und ein Solarmodul. Ein Gartenbaubetrieb hat seine Investition in Leitungsführung und Sensorik allein durch die gewonnene Stellfläche nach vier Jahren amortisiert. Bei einem Landkreis hat sich die digitale Beregnung durch den geringeren Wasserverbrauch schon nach kurzer Zeit bezahlt gemacht.

Wie sichere ich Fernzugriffe auf Stall- und Hofsteuerungen ab?

Mit einem Router, der von innen eine verschlüsselte Verbindung zu einer Cloud-Plattform aufbaut, sodass im Hofnetz keine Ports offen stehen. Jede Maschine bekommt eine eindeutige digitale Identität, Techniker greifen mit eigenen Rechten zu. Ein Hersteller von Stallsteuerungen nimmt seine Router so per USB-Stick in fünf statt dreißig Minuten in Betrieb und muss keine Zertifikate mehr verschicken. Ein Landmaschinenhersteller schützt seine Maschinen mit Zertifikaten aus einer eigenen PKI gegen Manipulation.

Wie finde ich den passenden Anbieter für ein Smart-Farming-Projekt?

Am schnellsten über Projekte, die schon laufen. Jedes Lösungsbeispiel auf dieser Seite nennt Anwender, Umsetzungspartner und eingesetzte Technik. Wenn du dein Vorhaben über das Kontaktformular kurz beschreibst, stellen wir den Kontakt zu Anbietern her, die ein vergleichbares Projekt in der Agrarwirtschaft bereits umgesetzt haben.

Smart Farming umsetzen – mit Anbietern, die es schon gemacht haben

Du planst ein IoT-Projekt in der Landwirtschaft? Wir kennen die Anbieter, die Bewässerung, Fernüberwachung und vernetzte Landtechnik bereits umgesetzt haben, und bringen dich mit ihnen zusammen. Du bietest selbst Lösungen für die Agrarwirtschaft an? Dann zeig deine Projekte als Lösungsbeispiel und erreiche Anwender, die genau danach suchen.

Projekt besprechen