IoT Use Case Podcast

Servicestrategie CHIRON Group: High Speed Manufacturing und TURNKEY Lösungen für die Metallverarbeitung

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FOLGENTITEL

Servicestrategie CHIRON Group: High Speed Manufacturing und TURNKEY Lösungen für die Metallverarbeitung

Die 54. Folge des IIoT Use Case Podcast dreht sich um neue, smarte (Kunden-)Services im Verarbeitenden Gewerbe und Maschinenbau, die durch herstellerunabhängige Router- und Gateway-Connectivity ermöglicht werden. Lösungsgeber ist die Firma INSYS, ein langjähriger Experte für sichere Kommunikation und Vernetzung von Maschinendaten aus der Ferne. Anwender der im Podcast vorgestellten INSYS-Komplettlösung ist die CHIRON Group – bekannt als global agierender Spezialist für CNC-gesteuerte Fräs- und Drehbearbeitungszentren. Im Use Case geht es um neue Services, die CHIRON den Abnehmern ihrer Maschinen und Geräte mithilfe von Fernwartung und IIoT bereitstellt.

Die Ziele sind dabei ganz klar:

mehr Kundennähe aufbauen und Distanzen verringern

Anlagenverfügbarkeit erhöhen und Maschinenproduktivität sicherstellen

vorausschauende (Fern-)Wartung ermöglichen

schnellere Reaktion auf unvorhersehbare Störungen und damit Stillstandzeiten verringern 

Wichtige Stichworte dieser Podcastfolge: Router, Gateways, Device Management und Condition Services. 
Stellvertretend für die beiden teilnehmenden Firmen begrüßt Gastgeberin Madeleine Mickeleit zwei Experten auf ihrem Gebiet: Daniel Fritz, Head of Key Account Management bei der Firma INSYS icom und Johannes Strobel, Service-Spezialist der CHIRON Group. Welche Herausforderungen es im konkreten Use Case gibt, wie diese bewältigt werden und wie die Lösung in der Praxis genau funktioniert – das gibt’s in dieser Podcastfolge zu hören.

 

Podcast Interview

Daniel, magst du dich kurz vorstellen und was ihr bei INSYS vom Kerngeschäft her genau macht?

Daniel

Mein Name ist Daniel Fritz. Ich bin Head of Key Account Management bei der Firma INSYS icom. Wir sind Premiumhersteller für Router und Gateways Made in Germany. Wir bieten also unseren Kunden und Partnern eine Komplettlösung für ihre IoT- oder IIoT-Projekte, und das seit jetzt schon 30 Jahren.

 
Wer sind eure klassischen Kunden und Partner im IoT-Kontext; mit wem arbeitet ihr hier?
Daniel
Wir sind durch unsere Produkte, weil wir so flexibel sind, in sämtlichen Branchen vertreten. Angefangen bei Maschinenbau bis hin zu Erneuerbare Energien, oder, auch ganz interessantes Thema: Smart-City-Bereiche. Hier arbeiten wir mit großen Systemhäusern oder auch spezialisierten Lösungspartnern zusammen.
 
Perfekt gesagt: Maschinenbau – Johannes, da würde ich direkt an dich übergeben. Was macht ihr bei CHIRON genau? Viele, die aus dem Werkzeugmaschinenbau kommen, kennen euch vielleicht. Aber für die Hörerinnen und Hörer da draußen, die euch noch nicht kennen – vielleicht kannst du euch und dich kurz vorstellen?
Johannes
Ich heiße Johannes Strobel und bin im Service der CHIRON Group angegliedert. Wie du schon gesagt hast, wir sind Werkzeugmaschinenhersteller. Die CHIRON Group mit Sitz in Tuttlingen ist Spezialist für CNC-gesteuerte vertikale Fräs- und Fräsdrehbearbeitungszentren sowie Turnkey-Fertigungslösungen. Wesentliche Abnehmer sind bei uns die Automobilindustrie, im Maschinenbau selber auch Medizin- und Präzisionstechnik, aber auch Luft- und Raumfahrt sowie Werkzeugherstellung.
 
Persönlich bin ich im Service, habe dort alle möglichen Stationen durchlaufen – sowohl selbst auch Feldservice gemacht, also dann in der Hotline tätig, und in verschiedenen Stufen des Serviceinnendienstes. Bin jetzt im Bereich unserer digitalen Dienstleistungen und dementsprechend auch mit INSYS und deren Produkten vertraut, die wir so einsetzen.
 
Genau, heute geht es auch um das Thema Service und Digitale Dienstleistungen. Vielleicht kurz vorab, eine Fräsmaschine ist ja im Endeffekt eine zerspanende Werkzeugmaschine, wo mittels eines Werkzeugs Material von einem Werkstück abgetragen wird, um dieses in eine bestimmte Form zu bringen. Letztlich produziert ihr ja verschiedenste und komplexe Teile. Hast du ein Beispiel, was da so produziert wird? Primär Automotive, beispielsweise Rohkarosserien?
Johannes
Rohkarosserien sind im Regelfall Blechteile, die geschweißt werden. Im Automobilbereich also alle möglichen, zum Beispiel, Druckgussteile, die dann gebohrt, gefräst werden. Irgendwelche Gehäusedeckel. Aber natürlich auch Verdichterräder von Turboladern. Das ist sehr breit gefächert.
 
Wir sprechen heute auch zum Thema Digitale Services. Könntest du uns ein bisschen abholen – CHIRON Group, was ist hier eure Vision? Online kann man ja etwas über eure SmartServices lesen, die ihr anbietet.
Johannes
Die Vision ist natürlich ganz klar, dass wir damit nah am Kunden sein wollen; die Distanz verringern und einfach ein guter Partner sein, der die Verfügbarkeit der Anlagen und die Produktivität der Maschinen sicherstellt. Dass wir gezielt und schnell reagieren können, aber auch vorausschauend unseren Kunden passende Dienstleistungen anbieten.
 
Eure Fräsmaschinen sind ja in unterschiedlichsten Prozessen bei euren Kunden im Einsatz. Wie muss man sich den Job im klassischen Service vorstellen? Was für tägliche Aufgaben kommen auf euch zu?
Johannes
Unser täglicher Job, mal aus Sicht der Hotline, ist die Störungsbeseitigung. Wir hoffen natürlich, dass man wenig Kontakt mit uns hat – aber wenn es eben notwendig ist, weil die Anlage steht, ruft man an oder kann uns per E-Mail oder Kontaktformular erreichen, und der Hotline-Mitarbeiter nimmt sich dem an, um den Anliegen des Kunden in allen Belangen gerecht zu werden. Egal ob das jetzt wirklich nur Ersatzteile sind, weil der Kunde selber Reparaturen durchführen kann, oder er mehr Unterstützung braucht, auch im Bereich Programmierung und Bedienung der Anlage. Aber natürlich auch einfach die technische Störungsbeseitigung.
 
Wenn wir noch etwas tiefer in die täglichen Herausforderungen gehen – jetzt sind das ja komplexe Systeme mit einem entsprechend vor- und nachgelagerten Prozess bei euren Kunden. Vor welchen klassischen Herausforderungen steht ihr? Was fragen eure Kunden? Was für Themen kommen bei euch auf den Tisch?
Johannes
»Komplexe Problemstellung« beschreibt es sehr gut – die Anlagen und die Steuerung sind natürlich komplexe Produkte, die auch teilweise schwierige Fehler produzieren. Ein gutes Beispiel ist hier vielleicht dieser klassische Weg, wie man das lange gemacht hat: Der Kunde hat ein Problem, ruft an, beschreibt irgendwas. Wichtig sind dann aber zum Beispiel auch Fehlermeldungen, und dann handelte man oft schlicht nach dem Motto Mach mir ein Foto vom Bildschirm. Allerdings ist das schon wieder Auslegungssache, denn wenn ich an der Maschine stehe, empfinde ich vielleicht die eine Ecke vom Bildschirm als deutlich interessanter und relevanter, aber der auf der anderen Seite sitzt, braucht möglicherweise Informationen, die sich in der anderen Ecke des Bildschirms befinden.
 
Weitere Hürde sind generell auch Sprachbarrieren. Wir sind international aufgestellt, da kommen dann viele Sachen zusammen, und das ist schon sehr herausfordernd im Daily Hotline Business, jedem gerecht zu werden. Mit dem Remotezugriff können wir viele dieser Problematiken umgehen und sind dann wirklich sehr nah am Kunden.
 
Ihr müsst ja alle Arten von Störungen sofort erkennen, um dem Kunden schnellstmöglich zu helfen, weil bei ihm sonst auch Stillstandzeiten entstehen, die ihr schleunigst beseitigen wollt. Wenn ich jetzt an VPN denke, es geht um Fernzugriffe – wenn ich remote auf so eine Maschine zugreife, welche Daten sind hier für euch primär interessant bei der Störungsbeseitigung?
Johannes
In diesem reaktiven Bereich der Störungsbeseitigung gehören die Fehlermeldungen zu den interessantesten Daten überhaupt. Die können sehr spezifisch sein, haben immer Nummern, Texte, zusätzliche Parameter und Infos mit drin. Es gibt aber noch etliche andere Maschinenzustände, die je nach Fehler für uns bedeutsam sind. Manchmal brauchen wir auch Datensicherungen der Steuerung. Oder wenn es aus dem Bereich Bedienen, NC-Anwendung kommt, ist auch das Bearbeitungsprogramm oftmals sehr hilfreich, oder auch die Ursache. Da können wir dann über den VPN jegliche Daten mit dem Kunden austauschen.
 
Von der Steuerung direkt – sind das dann klassische Antriebsdaten? Oder welche Art von Daten kommen von da?
Johannes
Ja, das ist dann tatsächlich abhängig davon, wo das Problem gelagert ist. Wir haben auf den Maschinen immer die NC-Steuerung selber. Wir haben eine PLC, die dann die von uns als OEM gemachten Teile steuert und mit der NC kommuniziert. Und zusätzlich auch die Antriebsdaten.
 
Kannst du ganz kurz sagen, was die Abkürzung NC bedeutet?
Johannes
NC ist die Numerische Steuerung, die dann letztendlich für die Bahnbewegungen der Maschine sorgt, also die Antriebe steuert. Sie bietet die Oberfläche, die der Anwender vor sich sieht.
 
VPN – Daniel, ich schaue in deine Richtung. Das Virtual Private Network, es geht um ein virtuelles privates Netzwerk, was im Endeffekt ja erst mal eine Art Netzwerkverbindung ist. Man kennt das ein bisschen aus dem Homeoffice: Man kriegt irgendwo einen Zugang als Mitarbeiter und kann sich aus dem Homeoffice heraus in das Firmennetz einwählen. In eurer Lösung, also eurem gemeinsamen Projekt, ist es ja auch so, dass man der Maschine eine Berechtigung erteilt, sich mit einem zugeordneten Netz verbinden zu dürfen. Habe ich das so richtig verstanden? Oder wie würdest du das erklären?
Daniel
Das war schon beinahe perfekt erklärt! Bei einem virtuellen privaten Netzwerk geht es im Prinzip darum, kleine Netzwerke in einem großen zusammenzufassen, und das natürlich sicher, oder auch hochsicher. Dadurch habe ich die Möglichkeit, die Geräte im Netzwerk erreichbar zu machen, auch in verschiedenen IP-Netzen et cetera; da könnte man noch weiter in die Tiefe gehen. Und dann kann ich auf meine Maschinen, auf die Anlagen – gerade im Service- oder Wartungsfall – zugreifen und mache sie dadurch erreichbar.
 
Das heißt, man hat einmal das Netzwerk beim Kunden, der sozusagen von CHIRON die Maschine besitzt und wo sich diese dann über das VPN mit CHIRON und der Serviceabteilung verbindet?
Daniel
Genau so, ja. Man hat einmal das Netz beim Kunden, oder ein Kunde hat vielleicht auch mehrere Maschinen von CHIRON an verschiedenen Standorten. Diese erhalten trotzdem im CHIRON-VPN, nenne ich es jetzt mal, eine IP-Adresse. Dann besteht da die Möglichkeit, die Maschine ins Netzwerk einzubinden.
 
Johannes, du hattest von verschiedenen Services gesprochen, die ihr dem Kunden anbietet. Wie muss ich mir das in der Praxis vorstellen? Was für Services bietet ihr genau an?
Johannes
Wir sind sehr aktiv im Bereich des Condition Services, also das meint – Condition – den zustandsbasierten Service. Die meisten Achsen generell von Werkzeugmaschinen werden ja mit Kugelumlaufspindeln angetrieben beziehungsweise bewegt, die letztendlich Verschleißteile sind. Das ist aber sehr belastungsabhängig. Das heißt, man kann nicht generell sagen, Tausch alle x Stunden genau diese Komponenten. Sondern wir versuchen, über Messungen auf Steuerungsebene zum Beispiel Reibkennlinien zu ermitteln und daraus zu schließen, wir sind an einer Verschleißgrenze angekommen oder nicht.
 
Das bietet natürlich dem Kunden den Vorteil, dass es keine unerwarteten Stillstände gibt und er somit geplant vorbeugend solche Reparaturen angehen kann. Damit spart er Produktionsausfälle ein.
 
Wie heißen diese Services bei euch genau? Auf der Website ist zu lesen RemoteLine – sind das eure Services, die der Kunde zur Maschine dazubucht, wo man diese Möglichkeit hat, solche Analytics-Lösungen zu nutzen?
Johannes
Genau, die sind alle zusammengefasst unter unseren SmartServices. RemoteLine ist davon eine Komponente, die unter Efficiency Service läuft, weil wir hier noch im Bereich des Reaktiven sind. Condition Service ist dann das Predictive – dass man vorausschauend schon was machen kann. Es gibt dann verschiedene SmartLine-Produkte, die aber nicht genau in diesen Bereich hineinpassen.
 
Daniel, wir haben schon ein bisschen über den Router oder das Gateway gesprochen, was an der Maschine hängt. Kannst du uns da noch mal den Weg erklären? Angenommen ich bin Kunde und habe so einen SmartService von CHIRON gebucht. Wie funktioniert das genau? Wie gelangen die Daten, die für die Störungsbeseitigung durch das Team notwendig sind, in die Cloud; was brauche ich dafür?
Daniel
Im Prinzip sehr einfach. Ich brauche einen Router, ein Gateway von uns; je nach Anforderung. Bei der CHIRON Gruppe ist es unser MRX5. Der ist in der Maschine fest verbaut. Standardmäßig bekommt er dann auch einen VPN-Zugang, also eine feste IP-Adresse. Die Zugangsdaten sind im übergelagerten System hinterlegt, und dann wählt er sich ein – oder ich kann mich bei Bedarf, im Servicewartungsfall, noch mal extra einwählen. Das macht die Maschine erreichbar und erlaubt mir etwa auch, sie mit einer Alarmfunktion auszustatten.
 
Das heißt, dass ich euren MRX5 an die Maschine anbinde – ist es aber nicht so, dass die Kunden dann auch verschiedene Infrastrukturen haben? Zum Beispiel, ich habe eine bestimmte Steuerung von einem bestimmten Hersteller, ich habe vielleicht noch einen Sensor oder irgendwelche Themen, die ich vielleicht auch noch verbinden will – wie bindet ihr auch herstellerübergreifend diese Steuerung mit eurem Gateway an?
Daniel
Wir sind herstellerunabhängig und somit überall einsetzbar. Das ist, glaube ich, mittlerweile sehr, sehr wichtig, wenn ich über IIoT spreche, und weil es ja auch in einem Firmenwerk viele verschiedene Maschinen gibt, mit verschiedenen Steuerungen.
 
Johannes, ich weiß nicht, ob du Namen nennen darfst, aber welche Steuerungen habt ihr im Einsatz, beziehungsweise wie vernetzt ihr? Was sind eure Anforderungen an diese herstellerübergreifende Vernetzung?
Johannes
Wie Daniel schon gesagt hat, bei uns sind generell diese Router in der Anlage eingebaut. Wir brauchen die auch maschinenintern, weil wir etliche Komponenten haben, die miteinander kommunizieren müssen. Auch abgesehen vom Kundennetz; einfach anlagenintern. Das Schöne ist dann für uns, dass wir unabhängig vom Steuerungshersteller immer ein gleiches Vorgehen haben, was hier auf einem Netzwerk basiert – wo wir außerdem viele weitere unserer Komponenten gleich mit diagnostizieren können.
 
Ist das für CHIRON der Beginn, in die Richtung IIoT zu gehen? Oder wie würdest du das Ganze einordnen?
Johannes
Ja, auf jeden Fall! Konnektivität ist für uns ganz klar die Grundlage für alle weiteren Services, die wir darauf aufbauen können.
 
Daniel, wie ist das für euch? Ihr habt verschiedenste Projekte mit unterschiedlichsten Kunden. Siehst du das auch so?
Daniel
Da gehe ich mit Johannes mit. Tatsächlich, die Konnektivität ist die Grundlage, um Daten sicher in ein Rechenzentrum, in die Cloud zu bekommen. Das ist unser Tagesgeschäft.
 
Johannes, siehst du noch bestimmte Herausforderungen von Kundenseite kommen? Es ist ja auch eine Frage der Security, wenn ich von außen auf die Maschinen zugreife. Was sind deine Erfahrungen aus einzelnen Projekten?
Johannes
Es gehört tatsächlich zu meinem Daily Business, dieses Thema immer wieder mit der IT-Abteilung unserer Kunden durchzusprechen. Verständlicherweise werden die IT-Sicherheitsrichtlinien immer strenger. Die Dinge, die in der jüngsten Vergangenheit in dem Bereich passiert sind, deuten auch an, dass es richtig ist, hier wirklich sehr restriktiv zu sein und seine Netzwerke nach außen hin zu schützen. Hier haben wir die Herausforderung, dass viele Kunden sehr unterschiedlich geartet sind; mitunter ein anderes Mantra haben. Da gibt es dann so den Kleinbetrieb, der einen externen IT-Dienstleister hat, den er alle drei Jahre mal zu Gesicht bekommt; der ihm kurz mal hilft, wenn er ihn anruft. Es gibt aber auch die Großkonzerne, die extrem strikte Richtlinien und Regularien haben. Die sind teilweise so streng, dass dann eben keine Verbindung möglich ist.
 
Ich glaube, das ist je nach Kunde ein Riesenthema. Irgendwo Risiko und Chance zugleich. Wenn wir mal eher den Blick auf die Chancen richten: Was für Potenziale siehst du? Du hattest ja schon angesprochen, die Störungen zu beseitigen. Aber wenn wir über das Thema IIoT sprechen, welche Potenziale siehst du in der Zukunft?
Johannes
Aktuell erst mal – was zugleich immer ein gutes Argument für die Kunden ist – natürlich die Einsparung, die daraus entsteht, wenn man Stillstandszeiten hochrechnet, mit den Maschinenstundensätzen und dem Produktionsausfall. Stillstandszeit ist ein Riesenfaktor. Wenn man dann noch dazurechnet, was es kostet, wenn ein Servicetechniker kommt – da laufen erhebliche Kosten auf, die unter Umständen mit Remoteservices, unserem RemoteLine, gar nicht so weit wachsen. Zukünftig gesehen natürlich das Thema ConditionLine, was ein Riesenthema für alle ist, die Anlagen im produzierenden Gewerbe haben; damit werden wir weiteren Mehrwert für unsere Kunden schaffen.
 
Daniel, ich mag ja die Praxis im Podcast – ich versuche immer, das hand- und dingfest zu machen. Wenn ich morgen starten will, was brauche ich, um dieses Thema anzugehen? Womit starte ich und was für Komponenten brauche ich, um das umzusetzen?
Daniel
Im ersten Schritt ist es ganz einfach: Du brauchst ein Testgerät von uns, das auf deine Anforderungen passt. Eine kurze Registrierung auf unserer icom Connectivity Suite, also dem VPN-Portal, und los geht’s! Ganz wichtig ist für diesen Proof of Concept, die Testphase: Du benötigst im ersten Step kein Fachpersonal. Wir unterstützen dich da. Wir haben eigenes Know-how und stehen dir bei allen Fragen der Einrichtung oder Inbetriebnahme zur Seite.
 
Das heißt, das Testgerät ist sozusagen euer Router, richtig?
Daniel
Genau. Beispielsweise, wie bei CHIRON, ein MRX, oder ein schmaler Router – wenn du sagst, du brauchst nicht noch eine Switch-Funktion oder IOs, dir reicht ein kleiner LTE-Router, dann wäre es ein SCR. Also da kommt es immer auf dein Bedürfnis an.
 
Johannes, was für Kenntnisse brauchtet ihr dafür? Wäre mal ganz spannend, um zu wissen, wie ich das angehe.
Johannes
Generell ein bisschen Netzwerkverständnis; ein bisschen IT-Affinität schadet da sicher nicht. Für uns natürlich kein Riesending, da wir ja ohnehin das Thema Netzwerk in den Maschinen schon haben und für das Thema VPN auf das Know-how unserer IT zurückgreifen konnten, aber auch durch INSYS selbst einen tollen Service erfahren haben.
 
Thema Kosteneinsparung, ich würde gern noch mal ein bisschen auf diesen Business Case eingehen. Daniel, was siehst du bei euren Kunden zum Thema Remote Services? Welche klassischen Vorteile siehst du in der Praxis bei anderen Kunden?
Daniel
Durch unsere Lösung spare ich natürlich – wie Johannes schon sagte – bei Serviceeinsätzen viel Zeit und Geld. Ich muss nicht mehr den Monteur um die halbe Welt schicken, weil vielleicht ein kleines Bauteil kaputt ist. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, im Maschinenbau wie auch allgemein, war auch die Zeit während Corona, die gezeigt hat, was passiert, wenn ich nicht mehr vor Ort in ein Werk, in eine Halle komme und die Maschinen stillstehen. Da brauche ich einfach ein grundsolides VPN-System, einen Remotezugang für solche Fälle.
 
Weitere wichtige Punkte, die vorausschauende Wartung hatte Johannes auch schon mal aufgegriffen. Dass sich auch Service- und Standzeiten immens verkürzen. Ich glaube, wir wissen alle – oder vieler deiner Zuhörer –, was so eine Maschinenstandzeit kosten kann. Natürlich sehr wesentlich, so etwas auszuklammern. Mit Hilfe dieser gewonnen Daten der Anlagen und Maschinen, wenn ich die analysiere, kann ich schon sehr viel machen. Gerade in diesen Predictive-Maintenance-Themen. Und klar, auch in der Thematik Neue Geschäftsmodelle gibt es sicherlich viele interessante Dinge – As-a-Service-Modelle, Pay-per-Use-Modelle, et cetera.
 
Johannes, woran denkt ihr bei CHIRON für die Zukunft, was man mit IoT noch so machen kann? Was ist euer Business Case für das Thema?
Johannes
Grundsätzlich müssen wir als Hersteller bei Neumaschinen sowieso eine Gewährleistung geben. Das heißt, in dieser Zeit ist auch das RemoteLine für unsere Kunden immer kostenlos – schließlich profitieren in dem Moment beide Seiten davon. Danach gibt es verschiedene Kostenmodelle. Für RemoteLine, im Bereich Condition Services, das ganze Thema Datenanalyse. Das sind Condition-based-Services, die wir auch als Verträge verkaufen. Schlussendlich müssen wir uns freilich unsere Dienstleistung auch bezahlen lassen, denn es erfolgt ja eine reale Analyse von Daten – da sitzt ja wirklich ein Mensch, der tatsächlich etwas tut, um dem Kunden einen realen Mehrwert zu liefern, letztendlich auch eine Kosteneinsparung.
 
Daniel, macht ihr im Bereich Remote Services auch was mit anderen Kunden? Wie lässt sich dieser Use Case übertragen? Was habt ihr vielleicht noch für Use Cases, die in diese Richtung gehen, oder darauf aufbauende Projekte?
Daniel
Der Use Case der CHIRON Gruppe lässt sich definitiv übertragen. Wir haben für die Zuhörer auch noch zwei weitere Use Cases bei dir veröffentlicht, die man gerne nachlesen kann. An dieser Stelle recht herzlichen Dank an die Firma imo TRAFFIC aus der Schweiz und SMC Deutschland. Gerade vielleicht das Beispiel imo Traffic – es geht um mobile Ampelanlagen für Baustellen –, der diese sehr flexiblen Anlagen mittels MQTT steuert. Mal so ganz grob, also Daten in eine Cloud, in ein Rechenzentrum bringt, die in einem Dashboard für die verschiedenen Kantone und Straßenbetreiber aufbereitet werden.
 
Im Endeffekt ist das auch ein Use Case mit ähnlichem Hintergrund, Minimierung von Serviceeinsätzen und Einsparen von Kosten in solchen Projekten, oder? Dafür hat man die verschiedensten Devices irgendwo stehen – sei es zum Beispiel solch eine Ampelanlage – und bringt dort mit einem bestimmten Protokoll Daten in die Cloud?
Daniel
Absolut, ja, klar. Früher war es so, man hat die Ampeln auf Baustellen per Kabel versorgt. Heute macht man das von einem virtuellen Arbeitsplatz aus. Die Ampeln werden aufgestellt, programmiert, und gut ist.
 
Es war wirklich ein spannendes Projekt, anhand dessen man gut verstanden hat, wie so ein Router beziehungsweise Gateway funktioniert. Ganz konkret auch, Johannes, an eurem Projekt, an eurer Fräsmaschine und euren ganzen Maschinen – was natürlich ein unglaublich spannender Service für eure Kunden ist, um die Potenziale im Bereich Fernwartung zu heben. Auch bei den zwei anderen Themen zum Ende hin wurden die Mehrwerte ganz gut transparent gemacht.
 
Vielen Dank von meiner Seite!
 
Daniel
Vielen Dank, hat mir viel Spaß gemacht. Danke auch noch mal an die Partner, besonders CHIRON, dass ihr mit dabei wart.
 
Johannes
Auch euch vielen Dank, war ein tolles Gespräch. Ich wünsche euch noch tollen Tag und eine gute Konnektivität!
 

TEILNEHMER

in dieser Folge

Daniel Fritz

Johannes Strobel

Kontakt

zu diesem Podcast

Ing. Madeleine Mickeleit

Ing. Madeleine Mickeleit

Geschäftsführerin | Podcast Host
IIoT Use Case GmbH