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Folge 28 | Wissen aus intelligenten pneumatischen Komponenten nutzen – Über CO2-Reduktion, Fehler- und Stillstandverhinderung, Verschleiß von Gummidichtungen und die Folgen für Zylinder

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In der heutigen Podcastfolge hat Madeleine Mickeleit drei Interviewpartner von Dell, Software AG und SMC zu Gast. Sie sprechen über ihre erfolgreiche Zusammenarbeit in zwei IoT Use Cases: Der Zustandsüberwachung pneumatischer Zylinder und dem Druckluftmonitoring für Energiesparmaßnahmen.

Zusammenfassung des Interviews

Das Know-how und die Stärken verschiedener Unternehmen zusammenbringen und somit exzellente Lösungen für Kunden schaffen: Genau das ist Software AG, Dell Technologies und SMC gelungen. In dieser Podcastfolge spricht Madeleine Mickeleit mit Baktash Modabber (Software AG), Oliver Prang (SMC) und Sayed Maudodi (Dell) über ihre erfolgreiche Zusammenarbeit anhand von zwei Use Cases aus der Praxis.

Zuerst beschreiben Baktash, Oliver und Sayed einen IoT Use Case aus der Lebensmittelbranche. Die Unternehmen zeigen, wie sie den Zustand pneumatischer Zylinder in Abfüllanlagen mit Daten aus Wegmess- und Durchflusssensoren beurteilen und so Defekte rechtzeitig erkennen können. Sie erklären, wie diese Technologie es ermöglicht, kostspieligen Produktionsausfällen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Der zweite Use Case, der im Podcast vorgestellt wird, beschäftigt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Sayed, Oliver und Baktash erklären, wie sie mit Hilfe von Druckluftmonitoring den Energieverbrauch von Maschinen bestimmen und so Energiesparpotenzial aufzeigen können.

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die Zukunftsperspektiven der Zusammenarbeit der drei Unternehmen und besprechen, wie sich das Geschäftsmodell perspektivisch weiterentwickeln lässt. Eine spannende Podcastfolge mit interessanten Einblicken!

Die Podcast-Gäste

SMC – Oliver Prang

Oliver Prang arbeitet als Expert Digital Business Development bei SMC Deutschland, einem Produzent für pneumatische und elektrische Automatisierungstechnik.

Software AG – Baktash Modabber

Baktash Modabber arbeitet als Enterprise Account Executive in der Business Unit IoT & Analytics bei der Software AG.

Dell Techologies – Sayed Maudodi

Sayed Maudodi ist Business Development Manager für Edge Design Solutions bei Dell Technologies.

SMC Deutschland GmbH
Oliver Prang
Digital Business Development bei SMC Deutschland

Die SMC Deutschland GmbH ist führender Hersteller, Partner und Lösungsanbieter
für pneumatische und elektrische Automatisierungstechnik mit Sitz in Egelsbach.

Software AG
Baktash Modabber
Enterprise Account Executive Business Unit IoT & Analytics at Software AG

Software AG denkt Integration weiter, stoßen Unternehmenstransformation an und ermöglichen schnelle Innovationen für das Internet der Dinge, damit Unternehmen sich mit Geschäftsmodellen von ihren Mitbewerbern abheben können. 

Dell Technologies
Sayed Maudodi
Business Development Manager Edge Design Solutions

Dell Technologies unterstützt Organisationen und Privatpersonen dabei, ihre Zukunft digital zu gestalten und Arbeitsplätze sowie private Lebensbereiche zu transformieren. 

Podcast Interview

Was ist deine Rolle bei Software AG, Baktash?

Baktash

Ich bin heute in der Vertriebsrolle tätig und zwar in einer Abteilung, die sich speziell mit IT und Analytics Werkzeugen beschäftigt. Ich bin auf dem IT-Markt jetzt schon seit über 10 Jahren in verschiedenen Rollen tätig gewesen, von der Entwicklung bis hin zum Vertrieb.

Software AG ist das älteste Softwarehaus in Deutschland und weiterhin auch das zweitgrößte. Wie der Name schon sagt, stellen wir Software her und verkaufen diese, für verschiedene Bereiche, Segmente und IT-Anwendungen. Und eines davon ist der Markt IoT bzw. Analytics Tools. Der Kern ist eine IoT-Plattform. Sie ist horizontal, damit meine ich sie ist geräteagnostisch und protokollagnostisch, damit auch appplikationsagnostisch und damit perfekt geeignet für Industrial-Anwendungen.

Sayed, kannst du etwas zu deiner Rolle bei DELL sagen und wie ihr in Richtung IoT unterwegs seid?

Sayed

Ich bin der Business Development Manager für das Thema IoT Edge. Ich wohne und arbeite in München, bin aber für fast halb Europa zuständig.

DELL Technologies ist mittlerweile einer der größten weltweiten IT-Infrastruktur-Anbieter mit über 165.000 Mitarbeitern weltweit. Wir vertreiben von Edge-Lösungen bis hin zu Datacenter-Lösungen und Virtualisierung und Software-Entwicklungsplattformen.

Der Bereich, der IoT vorantreibt, ist der OEM-Bereich. Er ist 6 Milliarden US-Dollar groß, was den Umsatz angeht und sehr stark fokussiert auf den OT, also was Produktion oder Industrieautomation angeht.

Oliver, was machst du bei SMC und was genau macht SMC im Bereich IoT genau?

Oliver

Ich arbeite im Bereich vom Digital Business Development bei SMC Deutschland. Wir kümmern uns gerade um das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 und alles, was so an Service und Daten rund um die Produkte dazugehört.

Wir sind ein Teil der weltweiten SMC Corporation. Mit knapp 20.000 Mitarbeitern sind wir hier führend im Bereich pneumatischer und elektrischer Antriebstechnik. Das heißt alles was sich so im Maschinenbau bewegt, von Druckluft angetrieben wird, Zylinder, Schläuche, Ventile, dazu die passende Sensorik und Antriebstechnik. Alles, was der Maschinenbauer in der Feldebene einsetzt, um die Brücke in Richtung IoT zu schlagen, alles was Daten erzeugen kann.

Wie sieht denn eure konkrete Vision für die Zukunft bei SMC aus? Ihr habt ja verschiedene Anwendungen bei Kunden verbaut. Was sind da die Anforderungen von Kunden und wie sieht eure Vision in Richtung Digitalisierung aus?

Oliver

Im Endeffekt geht es für mich immer um das Thema Daten. Daten hochbringen, aus Daten einen Wert erzeugen. Aber natürlich ist der Sinn von dem ganzen Thema rund um Industrie 4.0 und der Digitalisierung nicht nur, Daten zu sammeln. Unsere Kunden und natürlich auch deren Kunden wollen damit natürlich auch was anfangen. In den meisten Fällen geht es einfach darum, mehr zu wissen. Mehr zu verstehen, was meine Maschine und mein Produktionsprozess macht.

Was für mich die Vision erzeugt ist das Verstehen, was die Maschine macht. Es gab mal einen Projektmanager namens James Harrington, der gesagt hat: „Was du nicht messen kannst, kannst du nicht verstehen. Und was du nicht verstehen kannst, kannst du nicht steuern. Und wenn du es nicht steuern kannst, kannst du es nicht verbessern.“ Und das ist für mich der Knackpunkt. Wir wollen ja verbessern und dafür muss ich halt mit dem Messen anfangen und erstmal Daten erheben.

Wir müssen an den Punkt kommen, dass wir unsere Maschinen vernetzen und Daten auffüllen. Da gibt es allgemein im Markt noch viel Potenzial.

Ihr seid ja sehr stark an Maschinenbauern und Produzenten dran, wo eure Maschinen im Einsatz sind. Was machen denn eure Kunden konkret schon in Richtung IoT? Hast du da mal ein Beispiel aus der Praxis?

Oliver

Wir hatten einen Kunden von uns, der im Konsumgüterbereich unterwegs ist und seine Maschinen weltweit im Einsatz hat. Er stellt verschiedene Produkte im Bereich Nahrungsmittel und Food her. Die wollten gerne mal wissen, wie es ihren Maschinen und den Komponenten darin geht.

Gerade die ungeplanten Produktionsstillstände sind natürlich immer hässlich, das will keiner haben. Die kosten richtig Geld und meist sind sie auch noch in der Nacht. Und da wurden wir gefragt, ob wir da nicht Möglichkeiten hätten. Wir haben die Erfahrung dafür im Markt – das müssen wir einfach nur aufnehmen und dann gucken, wie wir diese Daten analysiert kriegen. Nicht nur im Labor, sondern unter ständigen Bedingungen.

Welche Maschinen hat so ein Kunde, wie sieht die Produktion aus und welche Probleme können auftreten?

Oliver

In der Nahrungsmittelindustrie habe ich eine komplette Produktionslinie, die damit beginnt, dass das Nahrungsmittel erzeugt wird. Danach wird es irgendwo – vielleicht in eine Konservendose – abgefüllt, die wird verschlossen, dann wird pasteurisiert, dann wird ein Etikett drum gemacht und dann geht es in die Verpackung rein. Also es ist eine komplette Linie, wo eins auf das andere aufbaut.

Und wenn eines davon nicht das macht, was es machen soll und vielleicht mehrere Stunden stillsteht, heißt das im Umkehrschluss, dass meine komplette Linie steht. Vielleicht muss ich sogar das Produkt wegwerfen, was ich gerade gekocht habe, weil die Hygiene nicht mehr gewährleistet ist. Und so zieht sich das dann durch.

Welches Produkt von SMC kommt da zum Einsatz, was die Daten liefert?

Oliver

Wir haben dort pneumatische Zylinder mit Wegmesssensoren ausgestattet, die über den kompletten Weg die Länge messen können. Und wir haben an jeden Druckluftanschluss des Zylinders Durchflusssensoren angebracht, um die Luftmenge zu messen und daraus Rückschlüsse ziehen zu können.

Bei ersterem wird der Weg des Zylinders gemessen, also wie lange er fährt. Die Durchflusssensoren bestimmen in l/min die Luftmenge, die der Zylinder gerade aufgenommen hat. In diesem Fall ist der Zylinder im Abfüllprozess drin und öffnet und schließt ein Ventil, das Nahrungsmittel z.B. in einen Joghurtbecher eingefüllt werden kann.

Was ist da der relevante Output, den ich brauche, um irgendwas zu analysieren?

Oliver

Zum einen haben wir das Wissen, wie wir die Konnektivität machen. Sprich: Wo schließen wir den Sensor mit welchem Industrieprotokoll an, an welchem Gerät, das die Daten dann aufnimmt, um es dann wiederum an die Analysetools weiterzugeben.

Das zweite ist natürlich, dass wir wissen, wie sich Zylinder bewegen und wie der Lebensprozess dieser ist, weil wir sie auch selbst herstellen. Wir wissen z.B., wann eine Gummidichtung verschlissen ist und wie sich der Zylinder dann verhält.

Was sind denn typische Fehler, die da auftreten?

Oliver

Das eine ist eine Verschmutzung, das heißt im Laufe der Zeit verschmutzen die gefetteten Führungen. Dadurch werden die Zylinder langsamer und irgendwann stockt es halt. Das ist ein ganz typischer Fehler. Deswegen überwachen wir, wie er sich bewegt.

Das zweite sind Leckagen innerhalb des Zylinders. Wir haben Gummidichtungen. Gummi ist ein tolles Material zum Abdichten, unterliegt aber natürlich einem Verschleiß – wie man es auch vom Autoreifen kennt.

Jetzt mal in Richtung Connectivity gesprochen: Irgendwohin müssen ja die Daten gesendet werden, um in der Cloud zu landen. Sayed, wie funktioniert das genau und welches Device kommt denn da zum Einsatz?

Sayed

Was wir anbieten sind sogenannte Edge-Computer. Das sind Industrierechner, die lüfterlos oder mit einem Staubfilter versehen sind. Die Industrierechner müssen wirklich 24/7 das ganze Jahr über laufen, das ist der große Unterschied zu normalen Rechnern.

Die Industrierechner nehmen die Daten über eine LAN-Schnittstelle auf. Meistens haben wir in den PCs zwei LAN-Schnittstellen verbaut. Man könnte auch noch mehr hinzufügen, aber man muss auch das Thema Sicherheit berücksichtigen. Man hört ja immer wieder von Cyberattacken auf Unternehmen, um die Produktion stillzulegen.

Durch unser Know-how im Datacenter- und IT-Umfeld wissen wir, wie wir die Geräte managen können. Und die IT muss die Geräte in den meisten Fällen auch managen, updaten, mal den Status abfragen etc. Da bieten wir die passenden Tools an, um auf die Geräte auch mal in der Produktion zuzugreifen. Das geht remote vom Arbeitsplatz des ITlers aus.

Wir haben ja global Kunden und verkaufen unsere Maschinen weltweit, auch nach Asien und Amerika, und man kann es sich nicht jedes Mal leisten, dass man einen Servicemitarbeiter in den Flieger setzt, wenn mal ein Rechner ausfällt.

Wir haben da einen Service der nennt sich ??? World Plus – das heißt, wenn der Rechner jetzt irgendwo in Argentinien oder Brasilien ausfällt, kümmert sich ein DELL-Mitarbeiter drum. Und damit es gar nicht erst so weit kommt, haben wir auch Kollegen, die regelmäßig auf die Systeme zugreifen können und den Gerätezustand abfragen können. Wie verhält es sich mit den Treibern, wie alt ist die Festplatte, läuft die Festplatte noch? Selbst bei einem PC muss man so eine Art predictive maintenance machen, um den Kunden vorzuwarnen, dass z.B. bald die Festplatte kaputt gehen könnte.

Wie genau verbinde ich denn die Sensorik mit eurem Edge-Computer, um die Daten weiter zu rooten?

Sayed

Es gibt viele Möglichkeiten. Über Kabel natürlich, das ist die LAN-Schnittstelle, Sensorik meistens über eine Art Hub am PLC und diesen Hub verbindet man dann über eine LAN-Schnittstelle. Es geht aber auch über USB, über RS-232 oder eben komplett wireless. Wireless heißt, über Technologien wie WLAN oder LTE oder in Zukunft auch 5G.

Jetzt haben wir die Daten in einem Edge-Computer vorliegen. Wie verpacke ich das denn jetzt in eine Analytics und wie nutze ich die Daten der Software AG dazu, Baktash?

Baktash

Das Stichwort ist hier ja Datenverfügbarkeit. Wir wollen mit unserer Software Daten dort verfügbar machen, wo sie benötigt werden, um sie zu wertvollen Informationen anzureichern. Das unterstützt unsere Software, das ist die sogenannte IoT-Plattform.

Was da heraussticht ist, dass sie unterschiedlich betreibbar ist. Sie ist auf einer Edge betreibbar. Das wäre in diesem Fall, was DELL in Form von Hardware einbringen würde. Sprich man kann sie dort installieren, betreiben und man hat sämtliche Plattform-Funktionen zur Verarbeitung dieser Daten und zum Administrieren der angeschlossenen Sensoren und Geräte vor Ort verfügbar. Das bedeutet: Ich brauche gar kein Internet dafür. Im zweiten Grad heißt das, dass ich sie dort visualisieren und analysieren kann. Darüber hinaus kann ich sie auch in eine Cloud, in eine zentrale IT-Architektur in einer Granularität, die ich dort brauche, transferieren.

Das sind wesentliche Eigenschaften dieser Software-Plattform. Für den Bereich Industrial IoT ist natürlich eine Grundvoraussetzung, dass man diese Geräte anbinden kann, so dass ich mir in Echtzeit diese Messwerte visualisieren und anzeigen kann.

Aber darüber hinaus geht es ja auch darum zu schauen, ob z.B. eine Leckage in diesem Zylinder vorliegt. Das unterstützt wiederum unsere Analytics-Software. Das ist eine Echtzeit-Daten-Engine, die Ist-Werte gegenüber Soll-Parametern abgrenzen kann. Sie kann analysieren, ob gewisse Schwellenwerte über- oder unterschritten werden, über die ich dann erkennen kann, dass eine gewisse Störung vorliegt.

Wenn wir uns das Beispiel einer Leckage anschauen: Welche Daten braucht ihr genau, um so einen Ist-Soll-Vergleich zu machen?

Baktash

Wir brauchen da z.B. diese Messwerte wie Drücke, denn über diese Druckwerte, können wir diese Identifikation gegenüber Sollwerten durchführen, um dann diese Leckage zu ermitteln. Wir unterstützten State-of-the-Art-Protokolle, die man in der Automatisierungstechnik vorfindet. Am Ende des Tages geht es darum, dass diese mannigfaltigen Protokolle in ein internetfähiges Protokoll umlegbar sein müssen. Das ist eine Grundvoraussetzung.

Das Know-How, was ein Fehler ist und was in Ordnung ist, das haben wir nicht. Was wir haben, sind Werkzeuge, die man mit Hardware von DELL und mit dem Expertenwissen von SMC kombinieren kann, um eine Analyse durchzuführen.

Oliver

Genau darum geht es! Es ist ein Miteinander! Die ganzen IoT-Thematiken, die wir heute haben, das ist für mich ein Werkzeug, damit ich als Mensch eine Entscheidung treffen kann. Das Thema künstliche Intelligenz und Machine Learning – natürlich gibt es diese Dinge. Aber keine Maschine kann für sich entscheiden, die vorher nicht eingelernt wurde. Und wenn ich etwas einlernen will, dann brauche ich Expertise. Und damit kann ich die Analytic-Tools so füttern, dass sie mir das richtige aus den Daten rauslesen können.

Ihr seid ja auch thematisch in Richtung Nachhaltigkeit und in Richtung CO2-Zertifikate unterwegs. Gibt es da auch schon Lösungen von euch? Wie stehen Industrieunternehmen zu diesem Thema?

Oliver

Ganz klar: Das Thema Energieverbrauch und Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft. Gerade die großen Produzenten befassen sich damit. Es werden Ziele ausgegeben wie 15 Prozent CO2-Reduktion oder 10 Prozent Wasser-Reduktion. Das ist gut, aber das kann ich nur verbessern und steuern, wenn ich vorher was messen kann.

Das Thema Energiemessung aus einer Maschine ist ein zweiter Use Case, den wir mit aufgebaut haben. Damit ich überhaupt erst einmal weiß, was meine Maschinen an Strom und Wasser verbrauchen. Das haben wir auch mit aufgebaut und haben das auch in der Dreier-Konstellation gezeigt, dass ich dann mit der IoT-Plattform nicht nur die Möglichkeit haben zu visualisieren, wie viel brauche ich, sondern dass mir auch die Plattform auch die Nachricht geben kann, dass ich z.B. noch Luftverbrauch habe, obwohl die Maschine im Standby ist.

Das ist wieder ein tolles Ergebnis aus dem Analytic-Tool, was ich mit einbringen kann, weil ich vielleicht zwei, drei, vier Werte miteinander verheirate, die zwar ursprünglich nichts miteinander zu tun haben, die mir dann aber sagen, dass da mal einer nachgucken muss.

Welche Produkte kommen von euch da zum Einsatz? Hast du da ein Beispiel?

Oliver

In der Pneumatik nennt sich das die Wartungseinheit. Ich nenne es mal der erste Stecker, der in die Maschinen reingeht, da ist auch Sensorik drin. Wenn ich diese Einheit an jeder Maschine positioniere, kann ich genau rausfinden, was meine Maschine da verbraucht hat. So kann ich mit ganz kleinen Dingen einen Maschinenverbrauch mal schnell um 10 bis 15 Prozent runterbringen, nur weil ich es mal visualisiere.

Wie ist denn da jetzt euer Go-to-Market und auch euer Geschäftsmodell dahinter?

Oliver

Wir sind natürlich mit drei Partnern unterwegs. Jeder hat seine Expertise, jeder hat auch seine bestimmten Kunden und wir treten in dieser offenen Partnerschaft auch nach außen auf und zeigen dem Kunden, was wir anbieten und dass er sich das Beste zusammenkombinierten kann. Mit dieser Konstellation vom Sensor bis in die Cloud hast du alle Möglichkeiten. Und das bieten wir alles aus einer Hand abgestimmt miteinander.

Ich denke beim Geschäftsmodell kann sich noch ganz viel entwicklen. Im Endeffekt ist natürlich der Betreiber, also der Produzent, der Enduser. Er kauft sich die Komponenten und betreibt sie selbst. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, dass man Software as a Service nutze kann, aber da müssen wir einfach agil und flexibel schauen, was die Zukunft bringt. Die Frage ist immer, ob der Markt auch soweit ist.

Wie sieht es denn mit Datenschnittstellen in andere Systeme aus? Seht ihr sowas auch, dass man Daten aus anderen Systemen mit reinzieht, um Mehrwerte zu schaffen, Baktash?

Baktash

Ja! Stichwort Wiederdatenverfügbarkeit. Wir sind der festen Überzeugung, dass die wahren Mehrwerte erst dann entstehen, wenn ich diese Daten überall dort, wo sie benötigt werden, verfügbar mache. Das geht dann auch über eine Edge und eine IoT-Plattform hinaus. Eine Stärke, die Software AG dahingehend bietet, ist, dass sie diese Brücke in die Geschäftsprozesswelt schlagen kann.

Wir sind mit Weltmarktführer in dem Bereich Datenintegration, dort wieder mit einem sehr analogen Ansatz zu unserer IoT-Plattform. Sprich das sind Lösungen, die man sowohl lokal auf seinem Rechner oder Rechenzentrum betreiben kann, als auch in der Cloud. Vereinfacht gesagt: Diese Software bietet viele verschiedene Schnittstellen in Standard-Systeme, die man kennt, um diese Verfügbarkeit so schnell und komfortabel wie möglich zu machen.

Ist das eine Lösung, die man auch weltweit verfügbar machen kann? Was glaubt ihr: Wie entwickelt sich das ganze Thema?

Wir sind ja weltweit agierende Unternehmen und sind weltweit da, weil unsere Kunden auch weltweit da sind. Es gibt die wenigsten Großkonzerne, die nur in Deutschland ihre Fabriken haben. Das ist ein riesen Mehrwert, dass wir das, was wir hier gemacht haben, auch europaweit und weltweit dem Kunden zeigen und mitgeben können.

Ich war ja vor Covid-19 noch viel unterwegs und den Kunden ist es sehr wichtig, dass jemand dann auch ihre Sprache spricht. Und da war es ein Vorteil, dass Software AG auch in Istanbul, Warschau, Moskau und London hat und die Mitarbeiter auch lokal unterstützen können.

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